Courage-Medaille

Mutige Münchner ausgezeichnet - vielen Dank für Ihre Hilfe!

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Melih Hut (18, v.l.), Mete Utku (17) und Mario Neuber (21).

München - Sie haben Mumm. Im bayerischen Innenministerium haben am Freitag 27 mutige Menschen die Courage-Medaille verliehen bekommen. Wir stellen Sie vor!

Jedes Jahr um den Todestag von Dominik Brunner herum ehrt der Innenminister Bürger, die Zivilcourage gezeigt, Leben gerettet oder Kriminelle dingfest gemacht haben. Mit der Medaille für Verdienste um die innere Sicherheit, auch Courage-Medaille genannt, sollen mutige Bürger geehrt werden – auch als Vorbild für andere. „Wir sind sehr dankbar für solch beherztes Eingreifen und so engagierte Bürger“, so Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Die tz stellt die Helden aus München vor. Danke, dass Sie nicht weggeschaut haben!

Überfall auf Nobel-Juwelier: Schüler verfolgen Täter

Es war einer der spektakulärsten Überfälle, die in München je geschehen sind - und ein Trio hat mitgeholfen, einen der Täter zu schnappen: Melih Hut (18), Mete Utku (17) und Mario Neuber (21). Es ist ein Februartag im Jahr 2014, in der Schule ist Mittagspause. Als sich die drei im Tal zum Essen hinsetzen, bemerken sie, dass ein Mann die Straße entlang flüchtet. Er war zuvor am Raub im Nobel-Juweliergeschäft Chopard in der Maximilianstraße beteiligt. Die Schüler fackeln nicht lang, verfolgen den Mann, bis sie auf den Viktualienmarkt kommen. Melih Hut springt ihm mit dem Knie voraus in den Rücken und setzt ihn mit Polizeigriff fest. Bis die Polizei kommt, halten die drei den Täter in Schach.

Radldieb geschnappt

Als Lore Assouli (37) im Mai 2015 in Schwabing zum Bäcker geht, traut sie ihren Augen nicht. Ein Mann trägt ein Rad nach dem anderen zu -einem Transporter und verstaut es dort. Bei dem ersten dachte sie noch, er sei vielleicht auf dem Weg in den Urlaub. Aber ihr wird immer unwohler. Zum Glück beschließt sie, die Polizei zu rufen. Die Täter werden dingfest gemacht. Und die Bande hat so einiges auf dem Kerbholz: Nicht nur zahlreiche Radl-Diebstähle, sondern auch diverse Kellereinbrüche gingen auf ihr Konto. Dank Lore Assouli hat dieser Spuk jetzt ein Ende: Die Bande ist gefasst.

Jagd durch die Stadt

Frank Väthjunker (31) kommt im September 2013 aus dem Kino. Er und zwei Bekannte wollen sich am Hauptbahnhof noch einen Döner kaufen. Da sieht er, wie ein Mann einen anderen mit einer Flasche niederschlägt, ihn am Boden liegend tritt. Der Täter flüchtet, als er merkt, dass ihn jemand sieht. Während seine Freunde die Bahnpolizei verständigen, macht sich Frank Väthjunker an die Verfolgung. Er ruft die Polizei. Mit der Einsatzzentrale am Telefon rennt er dem Täter bis zum Stachus hinterher. Da will der in ein Taxi steigen. Jetzt trifft die Polizei ein, der Schläger wird festgenommen.

Taschendieb erwischt

Helmut Graf (50) ist erstens ein stattlicher Mann - und zweitens verfügt er auch über gehörige Überzeugungskraft. Beides hat er gut gebrauchen können, als er im Oktober 2014 das Haus verließ, um spazieren zu gehen. Graf trifft auf seine ältere Nachbarin, der gerade die Tasche gestohlen wurde. Helmut Graf zögert keine Sekunde und nimmt sofort die Verfolgung auf. Er findet den Täter - und stellt ihn. Die Krönung: Er schafft es sogar, dass der Täter ihm den Ausweis zeigt. „Ja, meine Frau meint auch, dass ich einen Bundeswehrton habe. Vielleicht lag’s daran“, schmunzelt Graf.

Er stoppt Sex-Täter

Nijaz Tuz (22) hat sich diese Silvesternacht wirklich ganz anders vorgestellt. Es ist der erste Tag des Jahres 2015, es ist fünf Uhr in der Früh. Nijaz Tuz macht sich grad auf den Weg nach Hause, nachdem er mit Freunden -gefeiert hat. In der U-Bahn-Station trifft er auf einen Mann, der eine junge Frau festhält. Eine Sex-Attacke: Der Mann hat schon die Hand in der Hose! Als die Frau weinend um Hilfe ruft, muss Nijaz nicht lang nachdenken. Er schreitet ein, verfolgt den Täter und schafft es, ihn festzuhalten. Ein mutiges Einschreiten. „Ich kenne da keine Angst“, sagt er.

Doppelter Ärger

Thomas Blaasch (36) und Christin Horn (33) sitzen im November 2014 in der U3. Da bekommen sie mit, wie fünf Jugendliche zusammen auf ein Pärchen losgehen. Es wird laut, die Situation eskaliert immer mehr. Das ist der Moment, in dem die U-Bahnwache eingreift und die Jugendlichen in einen anderen Waggon verfrachtet. Die Sicherheitsleute steigen aus. Alles gut? Von wegen! Denn: Sowohl das bedrohte Pärchen als auch die Angreifer steigen an der Brudermühlstraße aus. Am Bahnsteig treffen sie zusammen, es gibt Stunk. Thomas Blaasch und Christin Horn schreiten ein, rufen dann die Polizei.

Prügel-Opfer gerettet

Nicholas Martin (18, links) und Markus Knobloch (18, rechts) sind im November 2013 in Starnberg auf dem Weg nach Hause. Es ist -Mitternacht, sie kommen von Freunden. Da sehen sie auf einmal, wie ein Mann zusammengeschlagen wird. Für sie ist klar, was zu tun ist: Sie verjagen den Täter und kümmern sich um das Opfer! „Da war so viel Blut - das sah fast schon unecht aus“, sagt Nicholas Martin. Sie leisten erste Hilfe. Dem Opfer geht es -heute wieder gut. Für Markus Knobloch ist das Helfen zum Beruf geworden: Seit zwei Wochen ist er in der Polizeiausbildung.

Täter festgehalten

Im September 2013 kommen die Berliner Johannes Thierfelder (22) und Sebastian Frost (23) nach München. Sie wollen auf das Oktoberfest, übernachten bei einer Bekannten. Doch anstatt Volksfest-Spaß beginnt ihr München-Aufenthalt mit einem Schock: Kaum zehn Minuten in der Landeshauptstadt angekommen, entdecken sie einen Mann in der U-Bahn-Toilette, der um Hilfe ruft. Er wurde belästigt und dann zu Boden gestoßen. Die Berliner sperren den Täter in einer benachbarten Toiletten-Kabine ein und halten ihn fest, bis die Polizei kommt. Und danach geht’s auf die Wiesn!

Marita Wehlus

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