Danke, mein Lebensretter!

Mutige Münchner für ihre Heldentaten geehrt

München - 87 Lebensretter aus Bayern hat Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) am Freitag mit der Rettungsmedaille geehrt. Die tz hat ein paar der Helden aus dem Münchner Raum nach ihren Taten gefragt.

Brennende Häuser, reißende Fluten oder heranrauschende Züge – solche Gefahren können wahre Helden nicht davon abhalten, ihr Leben für andere zu riskieren! Seehofer: „Diese Menschen haben ihr kostbarstes Gut, ihr Leben, in die Waagschale geworfen, um andere zu retten. Solche Menschen braucht unser Land. Bayern ist stolz auf Euch!“ Aus dem Raum München wurden 17 Menschen im Antiquarium der Münchner Residenz ausgezeichnet. Dies sind ihre Geschichten:

Das Mädchen in Flammen

Einen Flammen-Horror durchlebte die heute 17-jährige Vroni Pfister vor zwei Jahren in Berg: Mit Freunden sitzt sie am Lagerfeuer, plötzlich gießt eine Person Benzin ins Feuer. Die Feuerwalze erwischt das Mädchen, die Flammen umhüllen den kompletten Körper der damals 15-Jährigen. Benedikt Schlederer zögert keine Minute, zieht sich seine Jacke aus und stürzt sich auf das Mädchen und in die Flammen – das Feuer erstickt. „Ich bin Bene so unendlich dankbar. Früher waren wir zusammen Schulsprecher, heute ist er mein Lebensretter“, sagt Vroni. Ihr Grundschul-Freund meint: „Wir haben schon einiges miteinander erlebt.“

Er hat mich von den Gleisen gerettet

Mathias Döbbeler (r.) ist es sichtlich unangenehm, wenn er seine Geschichte erzählt: Der 24-jährige Kaufmann wartet betrunken in Fürstenfeldbruck auf die S-Bahn.: „Dann bin ich aufs Gleis gefallen und habe mir den Oberschenkel gebrochen.“ Besfort Berisha (25) sieht das Unglück. Er springt ins Gleisbett und zieht das hilflose Opfer kurz bevor die S-Bahn einfährt von den Schienen. „Ich musste einfach handeln“, sagt Berisha.

Ohne dich wäre ich nicht hier

Zur Ehrung ihres Lebensretters fliegt die 70-jährige Brenda Bown aus Yorkshire (England) gerne 1500 Kilometer weit! Beim Wandern in Italien stürzte die Engländerin einen Geröllhang hinab. Ohne Sicherung klettert Patrick Plitt aus Neubiberg zusammen mit einem Bundeswehr-Kameraden zum schwerverletzten Opfer. Ohne das mutige Einschreiten wäre Brenda Bown in den sicheren Tod gestürzt. „Uns war sofort klar, dass wir ihr helfen müssen“, sagt Plitt. Immer wieder tätschelt die Engländerin nach der Ehrung ihrem Retter die Backen: „Ohne dich wäre ich nicht hier!“

Der Zug raste schon heran

Die zweiminütige S-Bahn-Verspätung und das beherzte Eingreifen von Christoph Conradty (47) rettete einem betrunkenen Mann das Leben. Vor lauter Rausch war er in Lochham ins Gleisbett gefallen. Conradty sprang hinein und rettete das Opfer im letzten Moment vorm heranrauschenden Zug.

Blinden vor dem Tod bewahrt

Sergej Klünner (26) rettete einen blinden Mann, der auf ein U-Bahngleis gestürzt war: „Natürlich ist es toll, dass ich geehrt werde. Aber es sollte für jeden selbstverständlich sein, anderen in Notsituationen zu helfen.“ Sein Chef hatte ihn für die Auszeichnung vorgeschlagen.

Den letzten Sprung vereitelt

Als einzige Frau aus der Region München wurde Loreana Leone ausgezeichnet. Als eine Fremde zum Sprung über das S-Bahn-Brückengeländer ansetzt, hält sie Loredana Leone mit aller Kraft fest – in diesem Moment fährt die S-Bahn nur wenige Zentimeter entfernt an ihnen vorbei.

„Das ist unser Job“

Rauchvergiftungen nahmen Chris Freistädt (r.), Michael Scharf (l.) und Moritz Penning in Kauf, um das Leben dreier Menschen zu retten. Bei einem Wohnungsbrand stürzten sich ins Flammenmeer. „Das ist unser Job“, geben sich die Münchner bescheiden.

Mutige Starnberger

Ein Mann drischt von hinten brutal mit einer Holzlatte auf sein Opfer ein. Die Starnberger Markus Knobloch (r.) und Nicholas Martin sehen den Angriff, zögern keine Minute und gehen dazwischen. Durch ihr beherztes Eingreifen haben sie dem Opfer das Leben gerettet.

Polizist als dreifacher "Wiederholungstäter"

Andre Mückenberger ist mehrmaliger Wiederholungstäter! Bereits zum dritten Mal bekam der 54-jährige Polizist die Rettungsmedaille. Zusammen mit dem Kollegen Aleksandar Blagojevic (22) hinderte er einen verwirrten Mann daran, sich vom Dach eines Gebäudes zu stürzen.

Gefahr gerochen

Philipp Scabell (17) aus München sah eine Jacke in der Isar treiben. „Ich habe die Gefahr instinktiv gerochen“, sagt er heute. Damals zögerte er keine Sekunde, sprang in die eiskalte Isar und zog die Frau aus einer Wasserwalze. „Ich habe nie mehr was von ihr gehört.“

Mutiger Sprung aufs Gleis

Ein psychisch Erkrankter stieß im August 2013 einen Mann in das Gleisbett der Stammstrecke. Er war durch den Sturz bewusstlos. Geistesgegenwärtig springt Martin Lehner (M.) aus Puchheim auf die Gleise, zieht mit Hilfe eines weiteren Retters das Opfer von der Stammstrecke.

Furchtlose Schüler

Dass auch Kinder ihr Leben für andere aufs Spiel setzen, haben die Schüler Oliver Kiraga (l.) und Arbon Binaku bewiesen! Sie führten einen auf die Gleise gestürzten Mann auf ein schmales Betonband. Der Lokführer bemerkte das und brachte den Zug noch zum Stehen.

Manuel Bonke

Rubriklistenbild: © Jantz

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