Schwerer Unfall in München: Mindestens ein Mensch lebensgefährlich verletzt

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Mutmaßliche S-Bahn-Diebin gefasst

15.600 Euro weg: Er wollte armen Kindern helfen

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Er ist dankbar, dass die Bundespolizei die Diebin (r.) fand: Pizzabäcker Naseri Shamsulhaq (l.).

München - Die Frau, die unter dem dringenden Verdacht steht, dem Pizzabäcker Naseri Shamsulhaq (34) in der S-Bahn das gesamte Gepäck samt 15.600 Euro Bargeld gestohlen zu haben, ist gefasst. Aber das Geld ist weg. 

Es dauerte nur wenige Stunden – da kamen die Hinweise von allen Seiten: Die Frau, die unter dem dringenden Verdacht steht, dem Augsburger Pizzabäcker Naseri Shamsulhaq (34) in der S-Bahn das gesamte Gepäck samt 15.600 Euro Bargeld gestohlen zu haben, ist identifiziert. Nach der Veröffentlichung der Fahndungsfotos aus der S-Bahn am Dienstag vermeldete die Bundespolizei am Mittwoch den Fahndungserfolg. Es handelt sich um eine Syrerin (51), die in Unterschleißheim lebt und am 26. Juni zufällig Zeugin wurde, wie Naseri Shamsulhaq auf der Fahrt zum Flughafen in der S1 ein Missgeschick widerfuhr.

Der frisch verlobte Deutsch-Afghane lebt seit 14 Jahren in Deutschland und baute sich mit seinem Pizzaservice Divino in Augsburg-Haunstetten mit großem Fleiß eine Existenz auf. Das Schicksal verwaister und kranker Kinder in seiner Heimat Afghanistan beschäftigt ihn sehr: „Im Freundeskreis haben wir 15 600 Euro gesammelt, die ich nach Kabul zu den Familien bringen wollte.“ Sein eigener Anteil an der Summe betrug 4000 Euro, den Rest gaben die Freunde. Am Abend des 26. Juni wollte Naseri Shamsulhaq nach Kabul fliegen. Um 20.15 Uhr saß er in der Flughafen-S-Bahn S 1, wollte am Bahnhof Fasanerie seiner Schwester eine Tüte übergeben. Sekunden später gingen die Türen zu und die S1 fuhr ab – ohne Naseri!

Die Überwachungskamera im Zug zeigt, wie die Syrerin sofort Koffer und Rucksack des 34-Jährigen durchwühlt, und dann mit beiden Gepäckstücken in Unterschleißheim aussteigt. Sie meldete sich weder bei der Polizei noch beim Fundbüro. Damit war die Sache klar, Naseri Shamsulhaq erstattete sofort Anzeige. So konnte die Bundespolizei die Bilder der Überwachungskamera sichern, die nach 72 Stunden gelöscht werden. Den Freunden den Verlust des Geldes beichten zu müssen, war einer der schlimmsten Momente seines Lebens: „Ich bin darüber fast depressiv geworden. Ich hatte Angst, sie würden mir nicht glauben.“

Mit den Vorwürfen konfrontiert verweigerte die Frau am Mittwoch jede Aussage. Sie wurde wegen Diebstahls angezeigt.

Dorita Plange

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