Kinderschänder am Flughafen festgenommen

Flughafen - Zwei Männer wollten einen zehnjährigen Jungen aus Costa Rica nach Deutschland schmuggeln. Zuvor hatten sie ihn mehrfach sexuell missbraucht. Am Flughafen München klickten die Handschellen.

Wie die Polizei erst jetzt mitteilte, wurden bereits am 12. Februar am Flughafen München  bei der Einreise aus der Dominikanischen Republik ein 26-jähriger Brasilianer, ein 11-jähriger Junge und ein 57-jähriger Deutscher von den Zollbeamten festgenommen. Wie sich herausstellte, schleusten die beiden Männer das Kind von Haiti über die Dominikanische Republik nach Deutschland ein.

In der Botschaft in Punta Cana gab der 26-Jährige den Jungen als seinen leiblichen Sohn aus und erschlich sich amtliche Ausweisdokumente. Beim 57-Jährigen wurden Datenträger mit kinderpornografischen Bildern sichergestellt. Wie sich herausstellte, war er in der Vergangenheit mehrfach zu Haftstrafen wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern verurteilt worden. Erste Ermittlungen durch die Bundespolizei am Flughafen München ließen vermuten, dass der Junge bereits in Haiti sexuell missbraucht worden war und für weitere Straftaten nach Deutschland gebracht werden sollte.

Gegen die beiden Männer wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft Landshut am 13. Februar Haftbefehl erlassen. Die von der Kripo Erding geleiteten Ermittlungen führten nach Berlin. Gemeinsam mit der Berliner Polizei wurden dort am 15. Februar die Wohnungen der beiden Inhaftierten durchsucht. Beim 57-Jährigen wurde eine Vielzahl von Nacktfotos von Kindern gefunden. Auf manchen waren er und weitere Erwachsene zu sehen. Digitale Datenträger wurden sichergestellt und befinden sich noch in der Auswertung.

Im Zuge der Ermittlungen stellte sich heraus, dass der 57- jährige hauptberuflich einen Verein in Berlin leitet, der unter anderem Straßenkinderprojekte in Haiti unterstützt und betreibt. Als Vorstandsmitglied reiste der Beschuldigte immer wieder nach Haiti, wo er ein Kinderheim führte. Dort missbrauchte er verschiedene Jungen, auch den später nach Deutschland geschleusten 11-Jährigen.

Sein 26-jähriger brasilianischer Freund sollte für die Schleusungstätigkeit 5000 Euro erhalten. Sexuelle Straftaten beging er nach derzeitigem Ermittlungsstand nicht.

Die Ermittlungen wurden auf ein weiteres Vorstandsmitglied des Vereins, einem 67-jährigen Schweden mit Wohnsitz in Berlin, ausgeweitet. Er wird beschuldigt, den 57-jährigen Deutschen teilweise nach Haiti begleitet und dort ebenso männliche Kinder sexuell missbraucht zu haben. Dieser wurde am Mittwoch in seiner Berliner Wohnung festgenommen, die anschließend durchsucht wurde. Die Auswertung der sichergestellten Datenträger läuft derzeit.

Die Behörden in Haiti und der Dominikanischen Republik wurden über das Bundeskriminalamt über den Sachverhalt informiert und sind in die laufenden Ermittlungen eingebunden.

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