Nach seiner Entlassung

Mutmaßlicher Vergewaltiger ins Ausland abgetaucht?

München - Der mutmaßliche Vergewaltiger, der wegen zu langer Verfahrensdauer aus der Untersuchungshaft entlassen werden musste, hat sich wohl ins Ausland abgesetzt.

Der Münchner Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch sagte am Montag, seine Behörde habe Hinweise, wonach der Beschuldigte aus Deutschland ausgereist sein könnte. „Ob das wirklich der Fall ist, können wir nicht mit Sicherheit sagen“, erklärte Steinkraus-Koch und bestätigte entsprechende Informationen des Bayerischen Rundfunks.

Nach einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes hatte das Münchner Oberlandesgericht (OLG) den Beschuldigten freilassen müssen. Nach dem Karlsruher Votum durfte ihm nicht zugemutet werden, länger als „angemessen“ in Untersuchungshaft zu sitzen, weil der Staat die Gerichte personell nicht ausreichend ausstatte.

Knapp ein Jahr hatte der mutmaßliche Vergewaltiger in der Justizvollzugsanstalt München-Stadelheim in Untersuchungshaft gesessen. Ihm werden Vergewaltigung, Körperverletzung und Freiheitsberaubung vorgeworfen. Er soll die Taten im Juli vergangenen Jahres in München begangen und sie auch weitgehend eingeräumt haben.

Nun müsse man abwarten, ob der Beschuldigte zu seinem Prozess im September erscheinen werde, sagte Steinkraus-Koch. Die Staatsanwaltschaft habe keine Handhabe mehr gegen den Mann. Nachdem der Haftbefehl aufgehoben worden sei, seien keine Auflagen irgendwelcher Art möglich.

dpa

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