Mutter erwürgt, Vater in Haft: So hilft Langenbach den drei Kindern

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Das Opfer Gertraud H.

Langenbach - Für die drei Mädchen im Alter von 11, 16 und 19 Jahren stürzte vergangene Woche eine Welt zusammen: Ihre Mutter Gertraud H. (45) wurde erwürgt, ihr Vater Ingo. (45) sitzt als mutmaßlicher Täter in U-Haft. Das ganze Dorf steht der Tragödie fassungslos gegenüber. Aber nicht untätig.

Unterstützung gibt es aus allen Richtungen. Zum einen wohnt der Onkel im gleichen Haus, so dass die Mädchen nicht ganz auf sich allein gestellt sind. Gleichzeitig wohnt eine der wenigen Dorfhelferinnen des Landkreises in Langenbach. Ihr Einsatzort ist jetzt der Haushalt der Familie H., wie Pfarrer Kaspar Müller berichtet: „Sie kocht, organisiert den Alltag und hilft, wo sie kann – ein echter Glücksfall“, so der Geistliche. Er ist für die drei Mädchen ebenfalls ein wichtiger Ansprechpartner. Alle drei Kinder waren Ministrantinnen, und die jüngeren beiden sind bei den Pfadfindern aktiv.

Auch hier gibt es tatkräftige Hilfe. So wurde eines der Mädchen von einer Gruppenleiterin zum Kieferorthopäden gefahren, wo ein dringender Termin anstand. Einige Familien aus dem Kreis der Pfadfinder überlegen derzeit auch, die Kinder in den Sommerferien in den Uraub mitzunehmen.

Und natürlich hilft die Feuerwehr, bei der nicht nur die Eltern, sondern auch die beiden älteren Mädchen aktiv waren. Die Wehr kümmerte sich etwa um das Gießen des Gärtnerei-Freigeländes.

Angelaufen sind inzwischen auch Gespräche mit dem Jugendamt, wie Leiter Gerd Beubl bestätigt. In vergleichbaren Fällen werde vom Familiengericht ein Vormund bestellt – in der Regel eine Sozialpädagogin – die künftig die „elterliche Sorge“ oder auch das gesamte „Elternrecht“ wahrnimmt.

Das Spektrum all der Dinge, die es zu regeln gibt, reicht dabei von Fragen der Krankenversicherung bis hin zur Beantragung der Halbweisenrente. Ohne auf Details des aktuellen Falles einzugehen, spricht Beubl von einem „offenbar tragfähigen Konzept“, was die Situation der Kinder betrifft. Im Klartext: Mit der bereits volljährigen Tochter und dem Onkel im Haus, können auch die minderjährigen Mädchen wohl dort wohnen bleiben.

In Kontakt mit den drei Kindern steht auch Silvia Niedermeier vom Weißen Ring. Sie weiß, dass die Mädchen bei allem Zusammenhalt doch auch auf sich allein gestellt sind – etwa, wenn es um die Bewältigung der schrecklichen Ereignisse geht.

Psychologische Hilfe wird daher wichtig sein. Niedermaier: „Der Weg zurück in den Alltag ist lang und schwierig“.

Helmut Hobmaier

Quelle: tz

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