Mutter der Getöteten sagt aus

Das Drama vom Feringasee: Der Milchbubi wurde zum Killer

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Konstantin V. vor Gericht.

Mordfall Feringasee: Die Mutter der getöteten Beatrice F. erzählt vor Gericht von der Beziehung des Angeklagten Konstantin V. (33) zu ihrer getöteten Tochter.

München - Sabine F. (55, Name geändert) ist die Anspannung deutlich anzumerken. Sie sitzt im Gerichtssaal B175 dem Mann gegenüber, der beschuldigt wird, ihre Tochter Beatrice F. (35) ermordet zu haben. „Die Lage ist sehr schwierig für mich“, antwortet die 55-Jährige mit klarer Stimme auf Richter Michael Höhnes Frage, wie es ihr geht. „Aber ich will das Ganze verarbeiten. Und diesem Menschen in die Augen zu schauen, sehe ich als Trauer-Verarbeitung.“

Etwa eine halbe Stunde lang spricht die Sächsin über sich, ihre Tochter und die Beziehung des Angeklagten Konstantin V. (33) zu ihrem Kind. „Als ich ihn das erste Mal sah, dachte ich: Was für ein Milchreisbubi. Er wirkte so jung und geleckt.“ Auf Höhnes Einwand, er kenne nur einen „Milchbubi“, geht F. nicht ein. Es wirkt, als müsse sie sich sehr konzentrieren, was sie sagt. Gelegentlich kämpft sie mit ihrer Stimme, die zu brechen droht. „Er hat gar nicht ins Beuteschema meiner Tochter gepasst. Sie stand mehr auf Ältere…“

Auf einem Parkplatz am Feringasee fanden Gärtner die verkohlte Leiche.

Doch Konstantin V. kämpfte um Beatrices Liebe. Im Nachlass ihrer Tochter fand die Mutter kleine Zettelchen, die er ihr 2009 an der gemeinsamen Arbeitsstelle im oberfränkischen Rehau zukommen ließ. Er habe ihr Liebesbekundungen geschrieben, nach Treffen gefragt. „Wenn die beiden uns besucht haben, hatte ich den Eindruck, er lässt niemanden an sich heran“, sagt Sabine F. Sie hatte den Eindruck, dass er viel weiß und sprachbegabt ist. „Und, dass er gut kochen kann.“ Negative Erfahrungen habe sie nie mit ihm gemacht. „Die beiden waren harmonisch und zärtlich miteinander. Aber ich habe am Gericht mehr von ihm erfahren als je zuvor.“

„Ich weiß, dass sie ein Kind mit ihm wollte“

Eine schwierige Phase habe Beatrice gehabt, als nach einer Unterleibs-OP nicht klar war, ob sie Kinder bekommen kann. „Ich weiß, dass sie ein Kind mit ihm wollte.“

Einer Familiengründung schien nichts im Weg zu stehen. Doch hinter der Fassade von Harmonie, Zärtlichkeit, Erfolg und Glück schien es große Probleme gegeben zu haben. V. hatte eine Geliebte, „weil es nicht mehr lief“. An dem Abend, als die Lettin vor der Tür stand, muss es in dem Haus in Denning zu einem heftigen Streit zwischen Konstantin und Beatrice gekommen sein. Drei Mal hörte die Nachbarin und Vermieterin ein lautes „Hör auf!“ aus der Nachbarwohnung, wie sie am Montag sagte. Dann war es still. Weil Konstantin seiner Freundin einen Gefrierbeutel über den Kopf und mit einer Kordel zugezogen haben soll. Kaltblütig wie ein Killer. Am Ende fand man eine verkohlte Leiche am Feringasee…

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