Mutter und Sohn prügeln und treten Schwangere

Markt Schwaben - An den Haaren gezogen, ins Gesicht geschlagen, in den Bauch getreten: das musste eine junge Türkin über sich ergehen lassen. Angetan hatten ihr das der eigene Ehemann und dessen Mutter. Die Frau war im zweiten Monat schwanger. Nun traf man sich vor dem Ebersberger Amtsgericht wieder.

Gefährliche Körperverletzung warf die Staatsanswaltschaft dem heute 37-jährigen O. und der 62-jährigen A. vor. Die Verhandlung vor dem Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Peter Hayler wurde von einem Dolmetscher ins Türkische übersetzt.

Wie das Opfer (29) ausführte, hatte sich die Tat am 28. Dezember 2008 in Markt Schwaben ereignet. Ihr Ehemann, von dem sie inzwischen geschieden ist, habe ihren jüngeren Sohn (das Paar hatte zum Tatzeitpunkt zwei Kinder) zu seiner Mutter gebracht. Nachdem er abends noch nicht zurückgekehrt sei, habe sie ihm von einer Nachbarin hinterhertelefoniert. „Ich selbst hatte kein Telefon“, sagte sie. Schon am Telefon habe er sie bedroht. „Er hatte an dem Tag seine Medikamente nicht genommen. Immer wenn das so war, ist er aggressiv geworden.“ Am Abend seien dann ihre Schwiegermutter und kurz darauf ihr Mann in die Wohnung gekommen. Nach einem Streit habe ihr Mann sie gewürgt, ins Gesicht geschlagen und ihr einen Kopfstoß versetzt, ihre Schwiegermutter habe sie an den Haaren gezogen. „Als ich am Boden lag, hat sie mich mit dem Fuß in den Bauch getreten“, so die Zeugin. Schließlich hätten beide die Wohnung verlassen, sie selbst habe sich mit ihren Kindern zu einer Nachbarin geflüchtet und die Polizei gerufen. Sie sei für zwei Tage ins Krankenhaus gekommen, dem ungeborenen Kind sei zum Glück nichts geschehen.

Nach einer Absprache mit Verteidigung, Staatsanwaltschaft und Schöffen verurteilte Hayler die Angeklagten, die zuvor den Vorwurf eingeräumt hatten, zu einer Freiheitsstrafe von je einem Jahr auf Bewährung. O. muss zudem 800 Euro an den Frauennotruf zahlen, A. 450 Euro an „Die Brücke e.V.“.

Von Tanja Beetz

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