Sie wollte, dass er zur Arbeit geht

Geweckt! Da schlug er seine Mama halbtot

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Philipp B.

München - Eine besorgte Mutter will ihren versoffenen Sohn wecken, damit dieser endlich zur Arbeit geht. Der reagiert brutalst und bringt seine eigene Mama fast um. Jetzt landete der furchtbare Fall vor Gericht.

Im Hotel Mama war’s ja so bequem. Philipp B. (24) schlug sich die Nächte um die Ohren und kam in der Früh nicht aus den Federn. Am 10. April sollte er aber zur Arbeit gehen. Als Mutter Gerlinde (55) ihn wecken wollte, tickte er aus, brachte sie beinahe um! Jetzt muss der Bursche aus Holzkirchen sich wegen versuchten Totschlags vor dem Schwurgericht München II verantworten.

Die Nacht zum 10. April hatte Philipp B. durchzecht. Gegen 6 Uhr am Morgen ließ sich der Gerüstbauer betrunken auf die Couch plumpsen. Dabei sollte er um 6.45 auf der Baustelle sein. Seine Mutter reagierte sauer: „Aufstehen!“ – „Er hat sich nicht gerührt“, erzählte Gerlinde B. als Zeugin vor Gericht. „Da habe ich ein Glas Wasser aus der Küche geholt und es ihm über den Kopf geschüttet.“ Die Aktion sei erfolglos geblieben, deshalb probierte sie es mit einer zweiten kalten Dusche.

Diesmal wurde Philipp wach. „Er ist aufgesprungen und hat mich gegen die Tür geschubst,“ erinnert sich die Mutter. Der Angeklagte will sich an den Vorfall gar nicht mehr erinnern. Da war seine Erinnerung bei der polizeilichen Vernehmung noch wesentlich besser: „Da hat es mir den Schalter rausgehauen“, gab er zu Protokoll. „Ich war tierisch sauer.“

Nachdem die Mutter sich wieder aufgerappelt hatte, ging ihr Sohn wieder auf sie los, stieß sie zu Boden. „Ich bin doch die Mama“, flehte sie ihn an. Doch ihr Sohn, so die Zeugin, habe mit ganz ruhiger Stimme gesagt: „Ich bring dich um!“ Er würgte die Geschädigte so lange, bis sie in Atemnot geriet. Der 55-Jährigen wurde schwarz vor Augen. Außerdem schlug der Täter brutal auf sie ein. Es gab einen Moment, als er von ihr etwas abließ. Gerlinde B. schrie verzweifelt um Hilfe. Nachbar Ulrich H. hörte sie, er trat die Tür ein und zog den Täter von seinem Opfer herunter.

„Meine Mutter hat mir verziehen“, behauptet der Angeklagte. Vor Gericht sah das anders aus: Sie würdigte ihn keines Blickes, als sie in den Zeugenstand trat. Er habe seinen Job erst Tage zuvor angenommen. „Ich war besorgt, dass er wieder arbeitslos wird.“

Der mehrfach vorbestrafte Angeklagten ist Vater eines unehelichen Kindes, für das er keinen Unterhalt bezahlt: „Kein Geld.“ Richter Martin Rieder: „Für Alkohol und Drogen hat es aber gereicht.“ Der Prozess geht am Montag weiter.

E. Unfried

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