Keine Tickets aus Fahrkartenautomaten?

MVG: Was am Freitag bestreikt wird

München - Auch am Freitag wird bei der MVG wieder gestreikt. Hier lesen Sie, auf was sich die Fahrgäste einstellen müssen. Und warum Sie den Gang zum Kundencenter eher verschieben sollten.

Am Mittwoch die Tram, Donnerstag die U-Bahn – und auch am Freitag gibt’s bei der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) wieder Streiks. Dieses Mal sind die Abo-Verwaltung, der Vertrieb, die Sachbearbeitung von Schwarzfahrten, die MVG-Hotline, die Kundencenter an Marienplatz und Hauptbahnhof, der Automaten-Entstördienst, die Automaten-Werkstatt, die Tramwerkstatt sowie wieder die Kontrolleure dran.

Das heißt: Wer bei der MVG anruft bzw. in den Kundencentern ein Ticket kaufen will, muss lange warten. Und wer beim Schwarzfahren erwischt wurde, bekommt seinen Bescheid über das erhöhte Fahrentgelt später. Die Fahrkartenautomaten werden möglicherweise mangels Paper keine Tickets ausspucken. Logisch: Auch wenn wieder ein Teil der Kontrolleure streikt, muss man ein Ticket kaufen!

Verdi fordert verbessertes Angebot

Um 8 Uhr in der Früh findet eine Streikversammlung vor dem Eingang der Tram-Werkstätte in der Ständlerstraße statt. In früheren Jahren durften die Streikenden noch aufs Gelände, was die MVG jetzt nicht mehr zulässt.

Chef Herbert König (SPD) schimpft: „Verdi erklärt, nicht die Kunden treffen zu wollen – und bestreikt die Kundencenter! Diese sind, das besagt schon der Name, für die Kunden da!“ König weiter: „Wann endlich kapieren die Aktivisten: Die MVG gehört nicht Aktionären, denen man mit Streik wirtschaftlich schaden kann, sondern den Bürgern dieser Stadt.“

Verdi-Verhandlungsführer Manfred Weidenfelder: „Wir haben bislang aus Rücksicht auf die Bürger beschlossen, in München den Fahrdienst noch nicht voll zu bestreiken – was nicht heißt, dass wir das nicht könnten.“ Er fordert die Arbeitgeber auf, mit einem verbesserten Angebot an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Verdi-Sekretär Franz Schütz: „Falls das nicht der Fall ist, werden wir nachlegen. Dann wird auch der Fahrdienst wieder in den Streik einbezogen.“ In Nürnberg und Augsburg wurden gestern zum zweiten Mal U-Bahn, Tram und Bus bestreikt. Folge: Riesen-Chaos.

J. Welte

Rubriklistenbild: © Westermann

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