MVG: Mitarbeiter-Bonus sorgt für Unfrieden

München - Eine Weihnachtsbescherung der städtischen Verkehrsgesellschaft MVG sorgt für Unfrieden, denn es werden nur die Mitglieder einer Gewerkschaft zum Fest belohnt.

Für die neuen Bus-, Tram- und U-Bahnfahrer haben die Gewerkschaft Verdi und die MVG einen Haustarif vereinbart, der für die Verdi-Leute 600 Euro mehr Weihnachtsgeld beinhaltet, für Mitglieder der Konkurrenzgewerkschaft GdL nicht.

Das stört den Grünen-Stadtrat Paul Bickelbacher. Er reichte am Freitag eine Anfrage im Stadtrat ein, in der er wissen will, wie es zu diesem Verdi-Bonus kommt. Sorgen macht sich Bickelbacher um das Betriebsklima bei der MVG. Tatsächlich hatte der Personalchef der MVG-Muttergesellschaft SWM Reinhard Büttner, selbst Verdi-Mann, nur mit Verdi über den Haustarif verhandelt, die GdL hatte ihn abgelehnt. „Maximal 2087 Brutto sind ein Dumping-Lohn“, so Ex-GdL-Ortsgruppenchef Achim Beyer. Im Februar verhandeln SWM und GdL-Vertreter über eine Angleichung des Weihnachtsgeldes.

Mit Verdi haben es sich die Rathaus-Grünen nun verscherzt: Geschäftsführer Heinrich Birner schreibt in einer Rundmail, dass sie „keinerlei Ahnung“ davon hätten, dass Tarifverträge für Gewerkschaftsmitglieder gelten. Und das Bundesarbeitsgericht habe Bonusregelungen zugelassen. „Zum anderen bringen sie zum Ausdruck, dass sie in den Betrieben konkurrierende Gewerkschaften wollen.“ Das Denken „Spalte und herrsche!“ habe bei den „etablierten Grünen“ Einzug gehalten. „Mit dieser Anfrage wissen wir, auf welcher Seite die Grünen im Münchner Stadtrat stehen. Wir werden uns das sehr genau merken.“

We.

Rubriklistenbild: © Schlaf

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