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Neues Zeitalter im Münchner Untergrund

"U-Bahn-Fernsehen" geht an den Start

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Im Münchner Untergrund beginnt ein neues Informationszeitalter: Die MVG startet Europas modernstes Fahrgastinformations- und Infotainmentsystem in der U-Bahn.

München - Nach langem Vorlauf beginnt im Münchner Untergrund ein neues Informationszeitalter: Die MVG startet Europas modernstes "U-Bahn-Fernsehen".

Das neue Angebot - oft verkürzt als „U-Bahn-Fernsehen“ bezeichnet - macht die Nutzung der U-Bahn durch einen Mix aus Nachrichten und Unterhaltung künftig attraktiver. Zwei Bildschirme an der Decke von U-Bahn-Wagen bilden je eine Einheit: Links MVG-Fahrgastinformation, rechts Infotainment. "Eine klare Trennung der Inhalte durch Doppelmonitore kennzeichnet und unterscheidet das MVG-Projekt von anderen. Der jeweils linke Monitor ist ausschließlich für Fahrgastinformationen der MVG reserviert, der rechte Bildschirm für das Infotainment", teilt die MVG mit.

Der linke Monitor für die MVG-Fahrgastinformation zeigt ausschließlich fahrtbezogene Hinweise an. Dazu zählen der Linienverlauf mit Endstation, die nächste Haltestelle mit Umsteigemöglichkeiten, die Ausstiegsseite und die Uhrzeit. Darüber hinaus werden mit zunehmendem Netzausbau dynamische Daten angezeigt, nämlich minutengenaue Echtzeitinformationen über An-schlussmöglichkeiten an der jeweils nächsten Haltestelle. Man weiß also künftig schon bei Annäherung an den nächsten Umsteigebahnhof: Ist mein Anschlussbus oder die Tram pünktlich?

Mix aus Nachrichten und Werbung

Der rechte Monitor für das Infotainment zeigt einen bunten Mix aus tagesaktuellen Nachrichten, Service, Unterhaltung und Werbung - in HD-Qualität. Das 15-minütige Programm besteht zu mindestens 80 Prozent (ca. 12 Minuten) aus redaktionellem Inhalt und bis zu 20 Prozent aus Werbung (ca. 3 Minuten) - und wird mehrmals täglich aktualisiert. 15 Prozent der Sendezeit füllt die MVG mit aktuellen ÖPNV-bezogenen Informationen (Fahrplanänderungen, Sonderverkehre, Baustelleninfos, besondere Tarifan-gebote usw.). Dies entspricht gut 2 Minuten pro Sendeschleife.

Nachrichten werden etwa 5 Minuten einnehmen, ebenso Veranstaltungstipps und Maga-zinbeiträge. Die inhaltliche Ausrichtung und Gewichtung der Themen orientiert sich an den Interessen der Münchner Fahrgäste. Nachrichten aus München, Deutschland und der Welt, lokale Veranstaltungstipps und Münchner Themen werden daher breiten Raum einnehmen.

U-Bahn: 600 Wagen in 3 Jahren

Bei der U-Bahn sind aktuell 15 Doppeltriebwagen (30 Einzelwagen) mit insgesamt 240 Bildschirmen ausgestattet, die in den nächsten Tagen im Betrieb gehen. Nachdem grünes Licht für den Start des neuen Systems gegeben worden ist, kann die Ausrüstung weiterer U-Bahnwagen nun umgehend aufgenommen werden. Dabei sollen sämtliche Wagen nachgerüstet werden, die noch mindestens 10 Jahre in Betrieb bleiben.

 Die 21 neuen C2-Züge, die bis 2015 komplett ausgeliefert werden, werden bereits ab Werk mit dem Info-System ausgerüstet. Perspektivisch geht es um insgesamt ca. 600 Wagen mit rund 4.000 Bildschirmen (2.000 Doppelmonitore). Die MVG geht davon aus, dass die Ausrüstung insgesamt ca. drei Jahre beanspruchen wird.

Vollausstattung auch bei der Tram

Bei der Trambahn werden ebenfalls alle modernen Züge mit Monitoren für das neue System ausgestattet. Jedes Wagenteil soll jeweils eine Einheit mit zwei wie bei der U-Bahn angeordneten Doppelbildschirmen (12 Zoll) bekommen. Die dreiteiligen R2-Züge werden also mit 6 Doppelbildschirmen in drei Einheiten ausge-stattet, die vierteiligen R3-Züge mit 8 Doppelmonitoren in 4 Einheiten. Bei der Va-riobahn sind bereits ab Werk 8 Doppelmonitore eingebaut, ebenso beim Avenio. Derzeit liegt die Ausstattungsquote mit Monitoren bereits bei etwa 65 Prozent. Geplant sind in der Tramflotte insgesamt rund 1.500 Bildschirme (750 Doppelmonitore).

Schwerpunktmäßig auf den Linien U3 und U6 

Technisch realisiert wird die Überspielung der Fahrgastinformation und der Infotainmentinhalte auf die Fahrzeuge bei der U-Bahn durch ein neues Datenfunkübertragungssystem, das parallel zur Nachrüstung der Züge aufgebaut wird. Derzeit sind im Münchner U-Bahnnetz bereits 35 so genannte Access Points, zu Deutsch sinngemäß „Datentankstellen“ für das Infotainment installiert; gegen Ende des Jahres werden es 50 sein. Diese sind an Endbahnhöfen, in Wendeanlagen sowie zunächst entlang der U3 und U6 zusätzlich im Innenstadtbereich installiert.

Damit ist es ab Donnerstag möglich, auf allen U-Bahnlinien entsprechend dem Ausrüstungsstand der Wagen den Linienverlauf (auf dem linken Bildschirm) sowie das Infotainmentprogramm des Münchner Fensters (rechter Bildschirm) zu zeigen. Bei der U3 und der U6 wird zusätzlich auch bereits die zweite Ausbaustufe, nämlich die Anzeige der Anschlüsse an wichtigen Umsteigehaltestellen in Echtzeit, realisiert. Auf diesen beiden Linien wird daher in der Anfangszeit der Einsatzschwerpunkt liegen.

Langer Vorlauf

MVG-Chef Herbert König: „Der Start unseres neuen Fahrgastinformations- und Infotainment-Systems war keine leichte Geburt. Aber jetzt sind wir stolz, dass es endlich losgeht und wir unseren Fahrgästen eine nicht nur zeitgemäße, sondern innovative Fahrgastinformation bieten können."

Die MVG hatte das neue System bereits 2010 – und damit noch vor Beginn des Ausschreibungs- und Genehmigungsverfahrens – erstmals vorgestellt. Dass seitdem rund drei Jahre Zeit verstrichen sind, ist unter anderem auf das aufwendige Ausschrei-bungsverfahren für die erforderliche technische Ausrüstung, die zwischenzeitlich aufgetretenen (und nun behobenen) Serienschäden bei der U-Bahn (mit der Folge temporär fehlender Werkstatt-Kapazitäten zur Ausrüstung der Wa-gen) und das anspruchsvolle Genehmigungsverfahren bei der Technischen Auf-sichtsbehörde (TAB) zurückzuführen. Dabei war unter anderem nachzuweisen, dass sich die neuen Systemkomponenten in den U-Bahnzügen und im Bereich der Infrastruktur nicht auf die bestehende Fahrzeug- und Streckentechnik auswirken.

ole

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