Welche Linien erwischt es besonders häufig?

Pannen-Statistik: Verspätungen bei MVG können unerwartete Gründe haben - erste Partei fordert Konsequenzen

Immer wieder ist Geduld gefragt: In München kommt es häufig zu Ausfällen von Bus und Bahn.
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Immer wieder ist Geduld gefragt: In München kommt es häufig zu Ausfällen von Bus und Bahn.

Wer in München auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist, reist auch immer mit der bangen Frage: Kommen Bus oder Bahn pünktlich? Wir analysieren die MVG-Störungen.

  • Verspätete oder ausgefallene Busse und Bahnen strapazieren die Nerven der Passagiere.
  • Die Zahl der Störungsmeldungen steigt.
  • Wir analysieren die Hintergründe der Problemfälle.

Update vom 16. Januar 2020: Der FDP reicht’s! Die 5800 Störungsmeldungen bei der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) innerhalb von drei Jahren mag die Stadtratsfraktion der Liberalen nicht hinnehmen. Deshalb fordert Stadtrat und OB-Kandidat Jörg Hoffmann einen Aktionsplan von der MVG. Darin soll diese darlegen, wie sie jene Störungen, für die sie selbst verantwortlich ist, reduzieren will. 

Insbesondere der Anstieg der U-Bahn-Störungen sei „ein Armutszeugnis“, so Hoffmann: „Hierbei kann auch in keiner Weise trösten, dass der Zustand der S-Bahnen noch desolater ist.“

Münchner TV-Fans trauern. Ein bekannter Schauspieler ist überraschend gestorben - im Alter von nur 34 Jahren.

München: Im Jahr 2019 gab es 2200 Störungsmeldungen bei der MVG

Erstmeldung vom 15. Januar 2020:

München - Die Busse und Züge der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) bleiben stehen, die Zeit der Fahrgäste leider nicht… Das passiert gefühlt immer dann, wenn man pünktlich zu einem Termin muss: Vorstellungsgespräch, Rendezvous, Wohnungsbesichtigung… Aber wie schlimm ist es wirklich? Was sagen die nackten Zahlen? Die tz hat nachgeforscht und die Statistik der Störungen ausgewertet. Nicht mitgezählt wurde dabei die pannenanfällige S-Bahn, die nicht von der MVG, sondern von der Bahn betrieben wird.

Wenn im Münchner Nahverkehr was schiefläuft, dann veröffentlicht die MVG das bei Twitter. In den vergangenen drei Jahren sind so knapp 5800 Störungsmeldungen zusammengekommen - mehr als fünf pro Tag. Und es werden immer mehr: Während es 2017 noch etwa 1500 Störungsmeldungen gab, waren es 2019 schon 2200 - eine Steigerung von 45 Prozent! MVG-Sprecher Matthias Korte wundert das nicht: „Die Stadt wächst - und mit ihr der Verkehr.“ Man fahre im Berufsverkehr an der Kapazitätsgrenze und stehe immer öfter im Stau. Es gebe mehr Baustellen, Infrastruktur und Fahrzeuge seien in die Jahre gekommen.

München: Störungen bei der MVG - U3 und U6 am häufigsten betroffen

Am häufigsten sind die ­U-Bahn-Linien U3 und U6 betroffen. 2019 gab es hier fast jeden Tag ein Problem. Seit 2017 hat sich die Zahl der Meldungen fast verdoppelt. Korte: „Die Linien U3 und U6 sind neben der U2 unsere am stärksten frequentierten Linien. Bereits kleine Störungsursachen haben im Berufsverkehr große Auswirkungen.“ Auch der Verkehr zu Olympiapark und Allianz Arena belaste U3 und U6. Außerdem sei es durch „Kinderkrankheiten“ der neuen C2-Züge vermehrt zu Ausfällen gekommen.

Doch prozentual gesehen ist das nicht der stärkste Anstieg: Die U4 tauchte 2019 (112) dreimal öfter im Störungsticker auf als 2017 (37). Unter den Trambahnlinien ist die 19er am anfälligsten für Störungen - 194 Meldungen setzte die MVG im vergangenen Jahr ab. „Die Tram 19 ist eine unserer längsten Linien“, argumentiert Korte. Die Meldungen die Linie 15 betreffend haben sich mehr als verdreifacht (2017: 48, 2019: 157)! Gründe hierfür seien laut Korte unter anderem kaputte Züge und verzögerte Zulassungen gewesen. Diese Situation habe sich mittlerweile aber entspannt.

Die Gründe für die Störungen sind vielfältig. Kurios: Dreimal sorgten Staatsbesuche für Störungen.

Die MVV-Reform hat für eine bestimmte Gruppe von Passagieren verheerende Auswirkungen. Im Jahr 2020 ist ein beliebtes Ticket teure geworden. Ein Bus-Foto aus Berlin geht viral - doch ein Mann wird fälschlicherweise gefeiert. Auf einem U-Bahn-Bild ist ein skurriles Detail zu sehen - jedoch zumeist erst auf den zweiten Blick. Die Corona-Krise hat die MVG ins Mark getroffen: Aufgrund drastisch gesunkener Fahrgastzahlen gerät das finanzielle Konstrukt ins Wanken. MVG-Chef Wortmann spricht über die Auswirkungen.

Severin Heidrich

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