MVG: Spar-Tarif statt Billig-Tochter

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Rund 300 Fahrer von Bus, U-Bahn und Tram sollen bei der MVG eingestellt werden

München - Die Gewerkschaft Verdi und die Münchner Verkehrsgesellschaf MVG haben einen neuen Tarifvertrag ausgehandelt. Die neuen Löhne haben aber zwei Haken. Ein anderer Vorschlag ist dafür vom Tisch.

Der neue Tarifvertrag soll daüfr sorgen, dass die bisherigen Leiharbeiter am Steuer von Bussen, Tram und U-Bahnen künftig direkt bei der MVG angestellt werden können.

Die rund 2000 Stammfahrer sind bei den Stadtwerken unter Vertrag und sollen es vorerst bleiben. Die von MVG-Chef Herbert König geplante Gründung einer Billiglohn-Tochter ist vom Tisch.

Verdi-Nahverkehrsbereichsleiter Frank Riegler: „Wir haben vertraglich festgelegt, dass durch diesen Tarifabschluss bis Mitte 2013 über 300 Arbeitsplätze im Fahrdienst geschaffen werden und die vorhandenen Leiharbeiter ein Arbeitsplatzangebot durch die MVG erhalten und vom ersten Tag einen unbefristeten Arbeitsvertrag bekommen.“ Die MVG-Fahrer sollen mit 1950 Euro den gleichen Einstiegslohn erhalten wie die SWM-Kollegen.

OB Christian Ude lobt den Kompromiss, der seiner Forderung entspreche: „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit am selben Ort“. Allerdings gibt es bei den MVG-Fahrern statt 8,75 Prozent des Gehaltes für die betriebliche Altersversorgung nur 26 Euro Monatspauschale, statt sechs Einkommensstaffeln nur noch drei, was bis zu 200 Euro weniger Gehalt bedeutet.

CSU-Rathauschef Josef Schmid: „Es ist also so, dass im gleichen kommunalen und SPD-geführten Konzern zwei unterschiedliche Tarifstrukturen herrschen.“ MVG-Chef Herbert König spricht von einem „vernünftigen Kompromiss“, der die Wettbewerbsfähigeit der MVG garantiere. Achim Beyer von der Gewerkschaft der Lokomotivführer: „Mit uns ist das nicht abgesprochen.“ Er fürchtet, dass der Tarif langfristig auch für die Stammbelegschaft gilt.

J. Welte

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