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Morgen MVG-Streik: Wie hart trifft es uns?

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U-Bahn zu: So weit soll es am Mittwoch noch nicht kommen.

München - Trotz Geheimhaltung ist klar: Am Mittwoch wird bei der MVG gestreikt. Welche Einschränkungen kommen auf die Münchner zu und wird es ein Verkehrschaos geben?

Update: Am Mittwoch hat der Streik der MVG begonnen. Die Trambahnfahrer haben die Arbeit niedergelegt. Alle aktuellen Infos gibt's in unserem Ticker zum MVG-Streik.

Die Geheimhaltung ist bei den beiden Gewerkschaften streng, doch eines ist klar: Am Mittwoch wird bei der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) gestreikt. Bis zum Montag-Nachmittag sah es immerhin so aus, als ob die Fahrgäste davon nicht so viel mitbekommen werden – dafür aber die Verkehrsbetriebe selbst umso mehr.

Schon vorige Woche hatten die Gewerkschaften Verdi und Verkehrsgewerkschaft NahVG angekündigt, dass es diese Woche zu zweitägigen Warnstreiks bei der MVG kommen soll. Im Großraum Nürnberg bleiben schon am Dienstag Busse, ­U-Bahnen und Trambahnen in den Depots.

Auf die Münchner Fahrgäste soll am Mittwoch dagegen noch nicht das große Nahverkehrschaos zukommen. „Wir setzen in München erst einmal auf eine Strategie der kleinen Nadelstiche“, so Manfred Weidenfelder, Verhandlungsführer der Arbeitnehmer und Landesfachbereichsleiter Verkehr von Verdi Bayern. „Es wird Einschränkungen für die Fahrgäste geben, sie kommen aber ans Ziel.“

Wartung der Fahrkartenautomaten soll lahmgelegt werden

So könne ein Teil der Busse ausfallen. Dafür wollen die Streikenden die Verkehrsbetriebe an ihren Einnahmequellen treffen: „Wir erwägen etwa, die Wartung der Fahrkartenautomaten an neuralgischen Punkten lahmzulegen“, so Weidenfelder. Wenn in den Automaten keine Papierrollen nachgefüllt werden, können sie auch keine Fahrkarten mehr ausspucken. Gleichzeitig soll es Streiks bei den Kontrolleuren geben.

Die Gewerkschaften fordern für die 6500 Beschäftigten im Kommunalen Nahverkehr in Bayern ein Gehalts-Plus von vier Prozent sowie eine Erhöhung der unteren Löhne um 120 Euro. Berufseinsteiger verdienten in München derzeit nur 1900 Euro plus Zulagen – zu wenig für München. „Im Vergleich zu 2002 befördern die Kollegen mit einem Fünftel weniger Personal 20 Prozent mehr Fahrgäste“, so Weidenfelder.

Die Arbeitgeber wollen für 2014 drei Prozent mehr Gehalt anbieten, ansonsten wollen sie sich am Tarifabschluss des öffentlichen Dienstes orientieren, der in zwei Jahren ein Plus von 5,7 Prozent bringt. Die Tarifverhandlungen wurden am 4. Juni nach drei Runden ergebnislos abgebrochen.

In den Pfingstferien hatte es in Nürnberg, Augsburg, Passau und Landshut bereits Warnstreiks im Nahverkehr gegeben, in Augsburg fuhren am Freitagnachmittag keine städtischen Busse und Straßenbahnen.

Johannes Welte

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