U-Bahnen und Busse fahren trotzdem

MVG-Streik in München: Ist eine Fahrkarte notwendig?

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München - Der Streik trifft München: Am Mittwoch stehen die Trambahnen still. Auch die Fahrkarten-Kontrolleure der MVG bleiben zuhause - brauchen Fahrgäste also überhaupt einen Fahrschein? Die MVG präzisiert nun, was sonst los ist.

Am Mittwoch beginnt um 4 Uhr morgens der Streik: Dann legen Teile der MVG ihre Arbeit in München nieder. Alle aktuellen Infos dazu gibt's am heutigen 25. Juni 2014 in unserem Ticker zum MVG-Streik.

Zu dem Streik ruft die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi auf. Der Grund: Sie fordert mehr Einkommen und Verbesserungen für ihre Mitglieder bei Schicht- und Nachdiensten im Tarifvertrag. Damit Pendler und Fahrgäste der MVG nicht komplett auf den Bahnsteigen stehen gelassen werden, wird der Nahverkehr aber nur teilweise bestreikt - das sagt Heinrich Birner, Verdi-Geschäftsführer für München und Region, am Dienstag.

Bus und U-Bahn nicht vom MVG-Streik betroffen

Und Verdi-Landesfachbereichsleiter Manfred Weidenfelder betont: "Auf jeden Fall werden alle U-Bahnen fahren." Der S-Bahn-Verkehr sei von der laufenden Tarifauseinandersetzung ohnehin nicht betroffen. Ziel sei es, möglichst das Nahverkehrsunternehmen und nicht dessen Kunden zu treffen.

Am Nachmittag meldet die MVG außerdem in einer Pressemitteilung: "In die erste Streikwelle werden neben den Fahrkartenkontrolleuren nur ein Teil der Trambahnfahrer einbezogen. Das Fahrpersonal der Busse und U-Bahnen in München wird am Mittwoch nicht zum Streik aufgerufen: U-Bahn und Busse fahren also uneingeschränkt, Trambahnen nur teilweise." Heinrich Birner verspricht zudem: "Gegen Mittag ist der Streik zu Ende."

So will die Gewerkschaft Verdi mit „gezielten Nadelstichen“ ihren Lohnforderungen Nachdruck verleihen, erklärt Manfred Weidenfelder. Dem Aufruf schloss sich die Nahverkehrsgewerkschaft im Deutschen Beamtenbund (DBB) an.

MVG-Streik: Ist ein Fahrschein überhaupt notwendig?

Was auch schon sicher ist: Ein Teil der Fahrkartenkontrolleure ist auch beim MVG-Streik dabei und wird nicht durch Tram, Bus und Bahn marschieren. Das ist aber kein Freibrief fürs Schwarzfahren, sagt Heinrich Birner. Er rät jedem Fahrgast, sich trotzdem mit einem gültigen Fahrschein auszurüsten. Denn: Nicht alle Kontrolleure sind im Tarifvertrag - von den 1300 Münchner U-Bahn-, Bus- und Trambahnfahrerin sind 600 nicht von den laufenden Verhandlungen betroffen. Das heißt, sie können eingesetzt werden. "Außerdem gibt es auch private Security-Firmen, die Fahrkartenkontrollen - auch im regulären Betrieb - machen", sagt Birner. "Somit bleibt also immer ein Restrisiko."

MVG-Chef Herbert König sagt dazu: „Nur ein gültiger Fahrschein schützt vor Beanstandung und gegebenenfalls Strafverfolgung – und verhindert außerdem, dass die übrigen Fahrgäste mitzahlen müssen!“

Dass die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) irgendwie auf den Streik reagieren wird, ist klar: Schon am Montag haben sich Vertreter der Verdi-Gewerkschaft mit Verantwortlichen der MVG getroffen, um über einen Notfallplan zu sprechen. Dennoch will Heinrich Birner nicht konkreter werden, was die Streikdauer anbelangt. "Gegen Mittag, wenn der Streik beendet ist, sollte sich der Regelverkehr wieder einpendeln", sagt er. "Da wir aber damit rechnen müssen, dass die MVG Streikbrecher-Maßnahmen einsetzt, wollen wir nicht viel mehr vorher rausgeben als notwendig."

U-Bahnen fahren trotz Streik bei der MVG auf jeden Fall

Heißt konkret: Die Beschäftigten, die nicht von den laufenden Tarifverhandlungen betroffen sind, könnten am Mittwoch verstärkt eingesetzt werden. Oder die MVG greift auch hier auf Privatunternehmer zurück. "Wir wollen es dem Arbeitgeber deswegen nicht so leicht machen und ihm so wenig Reaktionszeit geben wie möglich", so Birner.

Das ist auch der Grund dafür, dass Verdi den Streik maximal 24 Stunden vorher ankündigt. Ob es also am Donnerstag weitergeht und Fußballfreunde dann vielleicht Probleme haben werden, die Übertragung des Deutschlandspiels um 18 Uhr rechtzeitig zu erreichen, gibt Verdi frühestens am Dienstagabend gegen 20 Uhr bekannt. 

Verdi und die Nahverkehrsgewerkschaft in der Tarifunion des Deutschen Beamtenbundes fordern vier Prozent Lohnerhöhung plus 120 Euro mehr für die unteren Lohngruppen bei einer Laufzeit von einem Jahr. Die Arbeitgeber boten drei Prozent mehr und 90 Euro sowie 2,4 Prozent mehr ab Juni 2015. In drei Verhandlungrunden war keine Einigung erzielt worden.

Auf dieser Seite informiert die MVG am Mittwoch, wie sich der Streik auf U-Bahn, Bus und Tram auswirkt.

pak/dpa

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