Die MVG und ihre Pläne

Umfrage: Münchner fahren auf die Tram ab

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Gerade erst eröffnet: die Tramstrecke nach Pasing.

München - Moderner, weiter, fahrgastfreundlicher... Die Münchner freuen sich über die Modernisierung der U-Bahn und den Ausbau des Tramnetzes. Das ergab eine neue Studie der MVG.

Insgesamt tausend Münchner ab 14 Jahren, die innerhalb der vergangenen drei Monate mindestens einmal mit ­U-Bahn, Bus oder Tram gefahren sind, wurden befragt. Die S-Bahn gehört zwar zum MVV, wird aber von der Bahn betrieben, spielte deshalb in dieser Umfrage keine Rolle. Die Ergebnisse:

Tram: Mehr als die Hälfte der Befragten finden den bisherigen Ausbau des Tramnetzes – unter anderem mit Neubaustrecken in die Parkstadt Schwabing und nach St. Emmeram – wichtig. Bei den 31- bis 50-Jährigen sind es sogar 56 Prozent. Und: Die Münchner wünschen sich noch mehr Tram! 76 Prozent der MVG-Kunden wollen einen weiteren Ausbau, nur 19 Prozent sind dagegen. In der Altersgruppe bis 50 sind es 79 Prozent.

U-Bahnhöfe: 88 Prozent der Fahrgäste haben wahrgenommen, dass mehrere ­U-Bahnhöfe erneuert wurden. Am besten gefällt den Passagieren Münchner Freiheit (44 Prozent), darauf folgen Westfriedhof und Königsplatz (je 12 Prozent). Mehr als 86 Prozent der Kunden halten es für wichtig, dass die MVG die Modernisierung fortsetzt. Größter Wunsch: Die Bahnhöfe sollen heller werden. Immerhin: 73 Prozent der Fahrgäste finden die Mehrheit der U-Bahnhöfe schon jetzt ansprechend. Sie nennen dabei vor allem die Sauberkeit als Pluspunkt.

Zukunft U-Bahn? Nicht Gegenstand der Umfrage, dafür aber ein großes Thema im Kommunal-Wahlkampf: Braucht die Stadt neue U-Bahnlinien? Derzeit treibt die rot-grüne Stadtratsmehrheit keine neuen Strecken voran. Josef Schmid, OB-Kandidat der CSU, hat sich allerdings zuletzt für eine umfangreiche Ausweitung des U-Bahnnetzes ausgesprochen. Auch Kontrahentin Sabine Nallinger von den Grünen spricht von einem „Nachholbedarf“. Dieter Reiter von der SPD fordert „Tangential-Verbindungen“ und ist für den Weiterbau der U5 bis Pasing.

Was kommt? Die Pläne der MVG

Für den Ausbau des Tramnetzes ist ­einiges geplant. Zum Beispiel sollen die Linien 12 und 22 vom Romanplatz bis zur Aidenbachstraße verlängert werden – das ist die sogenannte West-Tangente (Grafik rechts, so könnte es an der geplanten Haltestelle Fürstenrieder Straße aussehen). Der Stadtrat hat das Projekt schon beschlossen, es gibt aber noch Diskussionen. Außerdem geplant: Die Linie 19 könnte bis Freiham verlängert werden.

Nicolai Kunz

Was Pendler von der MVG und ihren Plänen halten

Nathalie Heckler (20), Studentin aus München: "Im Vergleich mit anderen Städten sind die Trambahn und die ­U-Bahn in München super-sauber. Die Modernisierung der Bahnhöfe war dringend notwendig. Vor allem der Stachus und der Hauptbahnhof gefallen mir sehr gut."

Simon Vorhauser (23), Student aus Mühldorf: "Die Modernisierung der U-Bahnhöfe dauert zwar lang und ist nervig, doch sie rentiert sich. Auf der anderen Seite muss ich sagen: Mit der Pünktlichkeit hapert es zuletzt manchmal. ­Insgesamt bin ich aber trotzdem sehr zufrieden."

Steffi Ruddigkeit (47), Selbstständige aus München: "Den Trambahnausbau finde ich sehr gut – das ist einfach eine prima Alternative zum Auto. Je stärker der Ausbau und je höher der Fahrtakt, desto flexibler wird man. Mit der Pünktlichkeit der Trambahn bin ich insgesamt auch zufrieden."

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