Die ganze Stadt für 60 Euro

MVV-Tarifreform: Was sich ändert und wer ab 2019 wirklich spart

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So soll der neue MVV-Plan ­aussehen: In der Mitte liegt die M-Zone. Dieser Bereich war bisher in vier Ringe geteilt, soll nun ein einheitliches Ganzes werden. Die Monatskarte für die M-Zone wird voraussichtlich rund 60 Euro kosten. ­Außerhalb der M-Zone sind sechs Ringe geplant – sie ersetzen die bisherige Unterteilung in zwölf Ringe.

Ring frei für die neuen Ringe! Mitte oder Ende 2019 will der MVV ein neues Tarifsystem einführen. Das heißt: Die Preise für Bus- und Bahnpendler werden in Zukunft anders gestaffelt.

München - Die entscheidende Gesellschafterversammlung findet am 9. Mai statt, aber grundlegende Ideen gibt es schon vorab. Die tz erklärt die wichtigsten Punkte.

▶ Die Ausgangslage

Bis zum Jahr 2000 bestand das MVV-Gebiet aus 141 Zonen. Der Umbau in vier Zonen mit 16 Ringen galt damals „als Errungenschaft“, erinnert sich Hermann Seifert, Nahverkehrsbeauftragter im Landratsamt Fürstenfeldbruck. Verkehrte Welt: Heute schimpft jeder, wie kompliziert das System sei. Also gibt es nun eine weitere Reform: Die Schaffung einer M-Zone mit sechs Zonen außen rum. Dabei mussten die Verkehrsplaner folgende Regel beachten: Je einfacher ein MVV-Tarif ist, desto ungerechter ist er für viele Nutzer auch. Und je feingliedriger (und komplizierter), desto gerechter.

▶ Neue Zonen

Das ist wichtig für alle Zeitkarten-Nutzer: Die sogenannte M-Zone soll die bisherigen Innenraum-Ringe 1 bis 4 ersetzen. Das heißt dann: Jeder Münchner soll innerhalb dieser Zone zum gleichen Preis hin- und herfahren. Außerhalb dieser M-Zone soll es zukünftig sechs Ringe geben – statt aktuell zwölf.

▶ Neue Zeitkarten-Preise

Wie viel eine Monatskarte für die M-Zone kosten wird, ist die große Frage – und der Streitpunkt Nummer eins. Klar ist: Wer bisher mit den Ringen 1-2 auskam – sie reichen vom S-Bahnhof Laim bis Berg am Laim und vom U-Bahnhof Olympiazentrum bis zum Mangfallplatz –, für den wird die M-Zone künftig etwas teurer. Wer alle vier Ringe hatte, für den wird es billiger. Derzeit kursieren noch verschiedene Preismodelle. Beim MVV geht man davon aus, dass der Endpreis für die Monatskarte bei etwas über 60 Euro liegen könnte. Zum Vergleich: Die aktuelle Monatskarte mit vier Ringen ist einiges teurer: 79,10 Euro. Die SPD möchte den Preis sogar möglichst unter 60 Euro drücken und auch bei den Abopreisen noch nachlassen. „Darüber verhandeln wir“, sagt SPD-Stadträtin Simone Burger.

▶ Neue Streifenkarten-Preise

Auch die Streifenkarte wird neu durchgerechnet. Sie soll im Verhältnis billiger werden – mit einem Durchschnitts-Rabatt von 12,5 Prozent im Vergleich zu Einzelfahrscheinen. Die Streifenkarte soll imGrundsatz so bleiben wie sie ist, also mit zehn Streifen (derzeit für 14 Euro). Wer in der M-Zone fährt, zahlt grundsätzlich zwei Streifen. Ansonsten kostet der Wechsel von einer Zone zur anderen künftig nicht mehr zwei, sondern nur noch einen Streifen. Beispiel: Wer künftig von Kirchseeon zum Marienplatz fahren will, der stempelt nach dem neuen Modell vier Streifen wie bisher. Wer aber von Vaterstetten in die Innenstadt will, stempelt künftig nur noch drei Streifen – einen weniger als bisher.

▶ Neue Lagen

Mehrere kleinere Orte, die bisher im Ring 5 liegen, werden wohl Teil der M-Zone und sind damit per S-Bahn oder Bus künftig günstiger zu erreichen – beispielsweise Aschheim, Deisenhofen, Furth, Stockdorf, Krailling und Keferloh.

▶ Neue Günstig-Strecken

Auch MVV-Nutzer in den Landkreisen müssen sich auf Neuerungen einstellen – meist zu ihrem Vorteil, wie Seifert meint. Er erläutert das für die Linie S4 im Westen, wo Fürstenfeldbruck als Kreisstadt jetzt herausragenden Stellenwert bekommt. Fahrten nach FFB, so die Idee, sollen günstiger werden. Beispiel Grafrath – Fürstenfeldbruck: Bisher lagen die Orte zwei Zonen und drei Ringe voneinander entfernt – künftig nur noch eine Zone. Auch die Fahrt von Puchheim und Eichenau nach Pasing, etwa in die Arcaden zum Shoppen, wird günstiger.

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