Fahrgastvertreter sind empört

MVV-Erhöhung: Alle neuen Preise im Überblick

München - Der MVV hat sich auf eine Tariferhöhung geeinigt: Die Preise werden ab dem 14. Dezember um durchschnittlich 3,6 Prozent steigen - Fahrgastvertreter sehen das als "unangemessen".

Jetzt ist es raus: Die Tickets für den MVV werden wieder teurer – und zwar um 3,6 Prozent im Schnitt. Die Einzelfahrt kostet ab Dezember 2,70 Euro statt 2,60 Euro, und die Streifenkarte kostet 50 Cent mehr, nämlich 13 Euro. Darauf haben sich Stadt, Freistaat und MVV-Landkreise geeinigt. Nächster Halt, Tariferhöhung …

Immerhin gibt es keinen Pendler-Schock um sechs Prozent – die jetzige saftige Preiserhöhung liegt dennoch im Bereich der höchsten der vergangenen Jahre. Fahrgastverbände sind empört! Nur Kinder-Karten werden nicht teurer.

Obwohl Bus und Bahn jährlich Passagier-Rekorde vermelden (und damit immer vollere Wagen), waren die Einnahmen aus den Tickets zuletzt zurückgegangen. Als Grund nannten MVG und S-Bahn zum einen das günstige Semesterticket für Studenten. Zum anderen hat man sich offenbar bei den Monatskarten verkalkuliert, die jetzt nicht mehr am Ersten jeden Monats starten müssen.

„Angemessen steigende Einnahmen sind bei steigenden Kosten für den Nahverkehr unverzichtbar“, rechtfertigt sich der MVV. „Die Alternative wären wachsende Defizite, Angebotskürzungen oder die Absenkung von Qualitätsstandards.“

Vom Tisch ist der Preis-Schock fürs Umland: Zwischenzeitlich war geplant, äußere Ringe doppelt so stark zu verteuern als innere. Die Landräte gingen auf die Barrikaden. Jetzt fiel der Beschluss einstimmig: „Die Belastung wurde über alle Ringe möglichst ausgewogen verteilt.“ OB Dieter Reiter (SPD) ist zufrieden: „Das ist eine gute Basis für die Zusammenarbeit zwischen Stadt, Freistaat und den Gemeinden im Umland – auch bei Infrastruktur, Bildung und Wohnen.“

Die Aktion Münchner Fahrgäste sieht den OB dagegen in der Pflicht. „Preis und Leistung stimmen nicht mehr überein“, sagt Sprecher Andreas Nagel. „Jetzt werden die Fahrgäste abstimmen. Und zwar mit den Füßen.“ Reiter müsse sich dringend um Verbesserungen bei der städtischen MVG und im gesamten MVV kümmern – mit Steuergeld. „Warum die Preise in Nürnberg nicht so stark steigen wie in München, bleibt das Geheimnis von OB und bayerischem Verkehrsminister. Fahrgäste verstehen es nicht.“

David Costanzo

 

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