Jetzt greift der OB ein

Zu teuer? Reiter will die MVV-Tarife ändern

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Teure MVV-Tickets für Senioren: Jetzt greift der OB ein.

München - Sind die MVV-Tickets für Senioren zu teuer? Jetzt mischt sich Oberbürgermeister Dieter Reiter in die Diskussion ein - als Vorsitzender der MVV-Gesellschafterversammlung.

Sind die MVV-Tickets für Senioren zu teuer? Mehrfach haben wir im Rahmen unserer Aktion zusammen mit dem Seniorenbeirat "Die tz gibt Senioren eine Stimme" über den Ärger vieler älterer Münchner berichtet. „Für zwei Jahreskarten für meinen Mann und mich müsste ich 858 Euro bezahlen“, schimpft etwa Rentnerin Karin Schönberger (69). Jetzt meldet sich OB Dieter Reiter (57, SPD) zu Wort. Der tz sagt er: „Zusammen mit unseren Partnern sind wir dabei, den Tarif einfacher und wenn möglich auch sozial noch gerechter zu gestalten.“

Kraft seines Amtes sitzt der OB der MVV-Gesellschafterversammlung vor. Das heißt aber nicht, dass er allein das Sagen hätte. Aber der OB kennt das Problem vieler Älterer: „Mobilität ist wichtig, damit alle, die bei uns leben, am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Das gilt gerade auch für die ältere Generation. Ich verstehe, dass es für manche Seniorinnen und Senioren schwer ist, einige hundert Euro für eine Jahreskarte auf den Tisch zu legen.“ Und: „Die städtische Verkehrsgesellschaft MVG ist Teil des Verbundsystems des öffentlichen Nahverkehrs. Mit dabei sind auch die Deutsche Bahn, die die S-Bahnen rund um München betreibt und die regionalen Busunternehmen. Änderungen im Tarifsystem können wir nur gemeinsam beschließen. Deshalb habe ich eine Verbesserung der Tarifstruktur angeregt.“

Zwar verrät der OB noch nicht genau, wie er den Tarif ändern will, aber er soll „sozialer“ werden. Bürger mit kleiner Rente dürfen also auf niedrigere Preise hoffen. Zudem wird man wohl diskutieren, ob die 9-Uhr-Zeitbegrenzung sinnvoll ist. Beim Seniorenbeirat freut man sich über Reiters Einsatz. „Das ist schon mal ein vielversprechender Anfang“, so Chefin Ingeborg Staudenmeyer. „Es kann ja nicht sein, dass das Fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln für Ältere ein Luxus ist. Da muss sich schnellstens was ändern!“

Die Entwicklung

30. Mai: Rentnerin Karin Schönberger (69) bringt die Diskussion über die teuren Senioren-Fahrkarten des MVV ins Rollen.

13. Juni: Immer wieder melden sich jetzt Leser bei uns: In anderen Städten sei die Sache besser geregelt. Die tz hat recherchiert und festgestellt: Es geht tatsächlich günstiger! Was das heißt, zeigen wir an Beispielen aus Deutschland und ganz Europa.

18. Juni: Die Flut der Leserbriefe reißt nicht ab - die tz dokumentiert das im großen Leserforum.

21. Juni: OB Dieter Reiter (SPD) reagiert - er will die Tarife -ändern.

Armin Geier

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