Tarifentscheidung vertagt

Erhöhungen beim MVV: Keine Einigung im Preispoker

München - Das gab es so noch nie: Der MVV und die Verbundgesellschafter sind am Freitag zu keiner Einigung in der Diskussion um die Fahrpreiserhöhungen gekommen. Die Entscheidung wird vertagt. 

Auf einen für alle Seiten tragfähigen Last-Minute-Kompromiss hatten sie gehofft, die Vertreter der MVV-Gesellschafter. Sie wollten am Freitagabend ausgekartelt haben, in welchem Umfang die Fahrpreise im Dezember steigen sollen – und wer welchen Anteil davon bezahlen soll. Offenbar an letzterem sind die Verhandlungen indes gescheitert – jetzt will man sich kommenden Donnerstag erneut zusammensetzen.

Einig sind sich die MVV-Gesellschafter (Stadt München, Freistaat Bayern sowie acht Umland-Landkreise) wohl darin, dass die Ticketpreise zum nächsten Fahrplanwechsel um durchschnittlich 3,6 Prozent steigen sollen. Der Knackpunkt dabei ist, dass die Lasten ungleich verteilt werden sollen. Pendler in den Außenbereichen würden mit Preiserhöhungen von bis zu 5,9 Prozent zur Kasse gebeten. Und da wollen die Landräte der Umlandkreise nicht so einfach mitspielen. „Wir können diesem Tarifmodell nicht zustimmen“, sagte Robert Niedergesäß, Landrat des Landkreises Ebersberg und Sprecher der MVV-Verbundlandkreise, bereits im Vorfeld der Sitzung. Würde das geplante Modell umgesetzt, käme es Pendler teuer zu stehen: Eine Monatskarte mit 16 Ringen etwa würde jährlich mit einem Aufpreis von 134 Euro zu Buche schlagen.

Hätten die Stadt und der Freistaat am Freitag Ernst gemacht, die acht Landkreise wären die Verlierer gewesen. Sie haben nämlich nur jeweils eine Stimme, während Stadt und Freistaat über jeweils zehn Stimmen verfügen. „Bisher wurden aber alle Preiserhöhungen einstimmig verabschiedet“, hatte Niedergesäß zuletzt betont, er hoffe deshalb, „dass man sich auch diesmal noch vorher einigen kann“.

Konnte man nicht, wie MVV-Sprecherin Beate Brennauer gestern Abend melden musste. Es hätten verschiedene Modelle und Varianten auf dem Tisch gelegen, so Brennauer, „allerdings haben die Verbundgremien heute noch keine Entscheidung getroffen, weil noch weiterer Beratungsbedarf besteht“. Zeit dafür haben die Gesellschafter am kommenden Donnerstag...

mdu

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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