Tickets bald fünf Prozent teurer?

MVV-Kunden droht Preis-Schock

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Die Münchner Fahrgäste erwarten mal wieder Preiserhöhungen - und was für welche!

München - Da rollt etwas auf die Pendler zu: MVV, MVG und S-Bahn stellen die Weichen für eine drastische Preiserhöhung!

 Derzeit überschlägt der Nahverkehr den Bedarf, am 19. September entscheiden Freistaat, Stadt und die acht MVV-Landkreise. Im Umfeld sind Forderungen von fünf Prozent und mehr zu hören. Das wäre ein Rekord-Anstieg!

Zahlen bestätigen die Verantwortlichen nicht. MVG-Chef Herbert König, der für U-Bahn, Tram und Busse in München zuständig ist, erklärt aber gegenüber der tz: „Es wird kein Weg an einer deutlichen Fahrpreis-Anpassung vorbeiführen.“ Einige Beispiele für eine Fünf-Prozent-Erhöhung:

- Die Einzelfahrt würde statt 2,60 Euro rechnerisch 2,73 Euro kosten.

- Die Streifenkarte kletterte von 12,50 Euro auf über 13 Euro – genau auf 13,13 Euro.

- Bitter für Pendler: Die Innenraum-Monatskarte mit vier Ringen kostet bislang 71,50 Euro – bei fünf Prozent mehr käme sie rechnerisch auf 75,08 Euro!

Als Grund nennen die Verkehrsunternehmen weniger Einnahmen bei wachsenden Ausgaben. Trotz immer mehr Passagieren und einer 2,9-Prozent-Steigerung 2013 seien die Einnahmen rückläufig, erklärt MVG-Boss König. Er verweist wie zuvor im Stadtrat auf das neue Semesterticket, mit dem mittlerweile 76 000 Studenten günstig fahren und keine weiteren Fahrkarten mehr kaufen müssen. Auch die neuen Monatskarten, die nicht mehr zwangsläufig am ersten eines Monats anfangen, rissen Lücken.

Dagegen werde das Personal und wegen der Erneuerbare-Energien-Abgaben auch der Strom immer teurer, neue Fahrzeuge müssten angeschafft werden. MVG-Boss König warnt: „Es zeichnet sich für 2015 und die Folgejahre eine erhebliche Finanzierungslücke ab!“ In den nächste zehn Jahren habe allein die MVG einen Erneuerungsbedarf von 2,5 Milliarden Euro.

Steigt die Politik darauf ein? Schließlich entscheiden die staatlichen MVV-Gesellschafter. Im vergangenen Jahr war die Erhöhung moderat ausgefallen – da standen auch Landtags- und Kommunalwahlen vor der Tür. Jetzt steht die neue Stadtspitze vor der Debatte wie vor einem verpassten Bus: OB und Vorsitzender der MVV-Gesellschafter Dieter Reiter (SPD) will sich erst einmal die Begründung anhören. Der für die MVG zuständige Wirtschaftsbürgermeister Josef Schmid (CSU) ist verwundert, dass sich die Verkehrsbosse vor der Entscheidung äußern.

David Costanzo

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