Was hinter diesen mysteriösen Zetteln steckt

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Hunderte dieser Zettel sind in München zu sehen

München - Mysteriöse Zettel, auf denen nur vier Worte stehen, sorgen derzeit unter vielen Münchnern für Verwunderung. Hunderte sind in der Stadt verteilt. Was dahintersteckt und was sie mit Lady Gaga zu tun haben.

Geheimnisvolle Zettel hängen derzeit an vielen Münchner Schildern und Laternen - unter anderem am Odeonsplatz und am Prinzregentenplatz. "Hannah Rotstift auf Facebook" steht drauf - und kein bisschen mehr.

Auch die Rückseite bietet keine Aufklärung

Passanten drehen sich um, schauen ungläubig darauf, untersuchen die (leere) Rückseite. Und fragen sich: Was steckt wohl dahinter? Eine romantische Aktion einer Verliebten? Eine Guerilla-Werbeaktion eines großen Unternehmens? Oder purer Blödsinn?
Die Antwort wartet auf dem Facebook-Profil jener ominösen "Hannah Rotstift":

"Nach einem plötzlichen Forderungsanschlag des Finanzamtes befindet sich die Lady in argen Schwierigkeiten", schreibt sie. Hannah bittet um Spenden, seien sie noch so gering, auf ihr Konto, das dort angegeben ist.

Der große Facebook-Knigge

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Auf Anfrage erzählt sie tz-online die ganze Geschichte: Ihr droht die Privatinsolvenz, die sie bis zum 7. Dezember abwenden muss. Sie habe ein Buch geschrieben, das ihrer Tochter gewidmet sei. 17 Jahre waren die beiden aufgrund einer Adoption getrennt. "Ich war als junge, 20-jährige Mutter überfordert, habe mein Kind zu Freunden gegeben", erzählt sie. Ihre Kindheit sei von sexuellem Missbrauch und Prügeln geprägt gewesen. Psychische Probleme folgten. 

Sie klebte hunderte Zettel in München: Hannah Rotstift (40)

Inzwischen ist es zum Wiedersehen mit ihrer Tochter Rahel (heute 21) gekommen. "Sie hat sich nach 17 Jahren bei mir in München gemeldet. Ich war über diese, sehr offene und gelungene Wiederbegegnung so dankbar, dass ich beschloss, über mein Leben zu schreiben." Die Fertigstellung des autobiografisch geprägten Romans, in dem die heute 40-Jährige unter dem Pseudonym Coco Sonnengold ihr Leben aufarbeitet, würde nun an den finanziellen Problemen scheitern.

200 Zettel habe sie schon verteilt, erzählt die 40-Jährige, die sich Hannah Rotstift als Pseudonym für die Aktion ausgesucht hat. Sie enthalten alle nur diese vier Worte "Hannah Rotstift auf Facebook". Vorbild für die Aktion sei Lady Gaga gewesen. "In der noch unveröffentlichten Biografie von Lady Gaga las ich, dass sie ihre ersten noch unpopulären Songs über Netzwerke promotete, so fiel mir Facebook als Erstes ein. Und um mich in Facebook überhaupt finden zu können, kam mir in den Sinn, meine Aktion mit dieser Zettelaktion voranzutreiben."

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Das Finanzamt habe bereits Insolvenzantrag beim Amtsgericht München gestellt. Deswegen hofft sie auf Spenden, um bis zum 7. Dezember jene 22.000 Euro aufbringen zu können, um die Insolvenz abzuwenden und jenes Buch fertigstellen zu können, das sie ihrer Tochter widmen möchte.

Eine Menge Geld - aber Not macht offenbar erfinderisch.

al.

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