Mysterium ums Messer-Attentat: Opfer zieht weg

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Ein Messerstich traf Pedro Galvez unterhalb des Kiefers, Millimeter von der Halsschlagader entfernt.

München - Auch zwei Monate nach dem Angriff auf Pedro Galvez gibt es keine Hinweise auf den Messerstecher. Der Schriftsteller lebt inzwischen aus Angst nicht mehr in München. Er ist sauer auf die Ermittler.

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Mitte Januar, es ist ein Montagabend. Pedro Galvez kehrt vom Einkaufen zurück zu seiner Wohnung an der Schleißheimer Straße. Im dunklen Hinterhof spricht ihn ein Mann an. „Bist du Pedro Galvez?“ Der Schrifsteller bejaht – da zieht der Unbekannte ein Messer. Die Klinge trifft ihn am Hals, Millimeter verfehlt sie die Halsschlagader. Ein zweiter Stich verletzt den 70-Jährigen am Rücken. Der Täter flüchtet, Pedro Galvez kommt ins Krankenhaus.

Bilder vom Tatort

Polizei sucht mit Spürhunden nach Messerstecher von Schwabing

Zwei Monate nach dem Angriff gibt es noch immer keine Hinweise auf den Messerstecher. Der Schriftsteller lebt inzwischen nicht mehr in München. Er ist nach Berlin gezogen. „Hier bin ich sicher“, sagt er zur tz.

In Schwabing konnte er nicht mehr unbeschwert durch die Straßen laufen, der Gang durch den Hinterhof zu seiner Wohnung machte ihm jedes Mal Angst.

Am Dienstag vor einer Woche musste Pedro Galvez zurück zum Tatort nach München. „Die Polizei hat mit mir den Tatablauf rekonstruiert.“ Eine Aufgabe, die an seinen Nerven zerrte. „Das war psychisch sehr schwierig für mich.“

Jede Bewegung, jedes Wort sollte er wiederholen – fast zwei Monate nach der Tat. Anschließend wurde der Autor, der mit Historienromanen bekannt wurde, von Ermittlern der Mordkommission ins Gebet genommen. „Es war unwürdig“, schimpft Pedro Galvez im Gespräch mit der tz. „Ich wurde behandelt wie ein Lügner, wie ein Verbrecher.“

Die Beamten hätten sehr rüde mit ihm gesprochen. Sie hätten ihm beispielsweise nicht geglaubt, dass er nicht weiß, wer der Messerstecher sei. „Sie haben mir außerdem Ungereimtheiten im Tat­ablauf vorgehalten. Meine Schilderung an die Attacke soll nicht plausibel sein. Ich bin erschüttert“.

Kurz nach dem Messerangriff hatte Pedro Galvez einen Verdacht geäußert: „Vielleicht steckt meine Ex-Frau in Spanien dahinter“. Der Täter habe spanisch gesprochen, mit einem Dialekt, der im Raum Madrid verbreitet ist.

Erklären, warum seine Ex-Frau einen Messerstecher engagieren sollte, kann der Schrifsteller indes nicht. „Ich bin ein friedlicher Mensch“. Die Mordkommission ermittelt weiter im Mysterium um das Messer-Attentat. Ob sie es klären kann, bleibt fraglich.

Jacob Mell

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