"Da hatte ich sehr viel Glück"

Krebs besiegt! Chris ist wieder auf dem Berg

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Die tz berichtete im Januar 2014 über die anstehende Typisierungsaktion für Krebspatient Christian. Inzwischen ist er wieder gesund und macht Bergwanderungen

München - Vor einem Jahr sah es für Christian (20) nicht gut aus. Der Schüler aus Sendling lag im Klinikum Großhadern – zur Chemotherapie. Seit dem Sommer ist der junge Mann wieder zu Hause.

Vor einem Jahr sah es für Christian (20) nicht gut aus. Der Schüler aus Sendling lag im Klinikum Großhadern – zur Chemotherapie. Die Ärzte hatten eine akute lymphatische Leukämie festgestellt, eine Horror-Diagnose. Doch eine Stammzellenspende rettete Christians Leben.

Familie und Freunde hatten für ihn eine Typisierungsaktion organisiert (wir berichteten). Auf deren Ergebnis musste Christian jedoch nicht mehr warten. Noch vor der Durchführung tauchte in der Datei ein passender Spender auf. Ein Mann aus Bayern, viel mehr weiß Christian nicht über ihn. Aber seine Stammzellen haben ihm geholfen, wieder gesund zu werden. „Die ersten Knochenmarkzellen sind schon nach zwei Wochen angewachsen. Da hatte ich sehr viel Glück“, sagt Christian.

"Ich genieße es, nicht mehr an den Schläuchen zu hängen"

Seit dem Sommer ist der junge Mann wieder zu Hause. Drei Monate verbrachte er davor im Krankenhaus, einige Zeit sogar unter Isolation. Besucher mussten einen Mundschutz anlegen. „Ich erinnere mich noch gut an die erste Autofahrt mit meiner Mutter. Es kam mir vor, als würde ich aus einem anderen Universum zurückkommen. Ich habe es genossen, nicht mehr an Schläuche angeschlossen zu sein“, erzählt er.

Inzwischen geht er vier Mal pro Woche Joggen und verbrachte im Sommer einige Tage in den Bergen. „Ich musste langsam anfangen. Meine erste Wanderung war eine Familientour am Heuberg“, erzählt Christian. Vor seiner Krebserkrankung kraxelte er in den Dolomiten. Aber es geht ständig aufwärts. „Ich hätte nicht gedacht, dass die Kondition so schnell zurückkommt. Nach der Transplantation konnte ich kaum stehen. Jetzt laufe ich schon fünf Kilometer am Stück“, sagt der Münchner. Bald will er auch wieder mit dem Marathontraining beginnen.

Weil er im Herbst noch krankgeschrieben war und nicht zur Schule gehen durfte, schrieb er sich an einer Fernschule ein, wo er sein Abitur macht. Dafür lernt er sieben Stunden täglich. „Ich bin streng mit mir und befreie mich in dieser Zeit von meinem Handy“, sagt Christian. Gerade sucht er nach einem Praktikumsplatz, um herauszufinden, ob er nach der Schule studieren oder eine Ausbildung machen möchte. Bei einem IT-Unternehmen hat er sich bereits vorgestellt.

Seinem Knochenmarkspender hat Christian zu Weihnachten einen Brief geschrieben. Auf mehreren Seiten erzählte er dem Mann von seiner Heilung. „Vielleicht freut er sich ja, dass seine Spende etwas gebracht hat“, sagt der Schüler. Zwei Jahre nach der Transplantation dürfen sich die beiden kennenlernen. Christian hofft, dass der Mann zu einem Treffen bereit ist: „Ich würde gerne wissen, wer mir geholfen hat.“

Beate Winterer

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