Rettungsaktion am Donnerstag

Drama am Isar-Hochufer: So geht es Frauchen und Hund nach sieben Stunden Todesangst

Nach der riskanten Rettung sind Jitka Schuster (l.) und ihre Hündin wohlauf. Schwester Jana Steinherr holte die beiden ab.

Es war ein Drama am Isar-Hochufer: Sieben Stunden hatten Hund und Frauchen Todesangst. So geht es den Geretteten jetzt. 

Hund und Frauchen kauerten unter einem Felsvorsprung, hatten sich rettungslos verstiegen. In Panik um ihre Hündin, die beim Gassigehen ausgebüxt war, hatte sich Jitka Schuster (54) am Donnerstag einen steilen Isarhang hinaufgequält. Immer wieder ist sie auf ihrem Weg weggerutscht, hat sich an Wurzeln durchs Dickicht gezogen. Mit jedem Schritt wurde Lillys Winseln lauter. Bis auf 15 Meter konnte sich Schuster an ihre Hündin heranarbeiten. Dann war Schluss. Geschlagene sieben Stunden hingen die beiden fest.

Deshalb stieg Felix Popp (27) von der Feuerwehr Pullach an einem Seil zu der Frau hoch und sicherte sie. Zusätzlich seilte sich sein Kollege Oliver Maranelli (22) aus einem Garten an der Habenschadenstraße von oben zu ihr ab. Gemeinsam brachten sie Hund und Frauchen nach unten. „Das ist extrem unwegsames Gelände“, sagt Thomas Maranelli, Einsatzleiter und Vizekommandant der Feuerwehr.

„Unglaublich, was die Feuerwehr geleistet hat“

Das hat Schuster auch realisiert, als sie wieder sicheren Boden unter den Füßen hatte. „Unglaublich, was die Feuerwehr geleistet hat, das hätten Bergretter auch nicht besser gemacht“, sagt sie. „Es war schlimm, da oben festzuhängen. Ich bin der Feuerwehr so, so dankbar.“ So sehr, dass sie ihren Rettern eine Brotzeit, ein Abendessen, versprochen hat.

Schusters Schwester, Jana Steinherr, brachte die beiden nach der riskanten Rettungsaktion nach Hause. In Solln hat sich Lilly sofort an ihrem Lieblingsplatz, in ihrem Körbchen im Schlafzimmer, eingerollt. Schuster hat sich auf die Couch gelegt und ist erst fünf Stunden später wieder aufgewacht. „Da habe ich angefangen zu weinen“, erzählt sie, „ich habe am ganzen Körper gezittert weil mir so richtig bewusst geworden ist, dass ich mich in Lebensgefahr gebracht habe.“

„Sie hatte beim Gassigehen keine große Lust herumzulaufen“

Am nächsten Tag ist sie wieder ins Büro gegangen, um eine Dienstreise für ihren Chef vorzubereiten. Der aber hat sie bald wieder heimgeschickt – zum Erholen. Und er will die Kontoverbindung der Feuerwehr, für eine Spende. „Dafür, dass sie seine Assistentin gerettet haben.“

Jitka Schuster nimmt ihre Lilly, die sie vor Jahren aus Spanien über die Tiernothilfe nach Solln geholt hat, im Wald jetzt immer an die Leine. „Sie hatte am Freitag beim Gassigehen auch gar keine Lust, groß herumzulaufen“, sagt Schuster. „Entweder war Lilly selbst noch zu erschöpft – oder sie hat gespürt, dass ich noch immer total aufgewühlt war.“

Günter Hiel

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