Heute Aufmarsch in München

Bagida und Gegen-Demos: Wann, wo, was geplant ist

München - In München wollen die Islamgegner - anders als in Dresden - wie geplant auf die Straße gehen. Die Polizei erwartet tausende Gegendemonstranten. Wer wann, wo und wie aufmarschiert.

Die Dresdner Polizei hat für Montag-Abend alle Versammlungen unter freiem Himmel verboten. Der Grund: Terrorwarnungen. In München hingegen soll erneut gegen eine angebliche Islamisierung Deutschlands demonstriert werden.

Die Polizei stellt sich auf tausende Gegendemonstranten ein. Ein „konkretes Bedrohungsszenario“ wie in Dresden gebe es aber nicht, hieß es am Sonntag. Die „Bagida“-Anhänger wollen ab 19 Uhr vom Sendlinger Tor über die dann gesperrte Sonnenstraße zum Stachus laufen.

Die Gegner dieser Demonstration treffen sich schon ab 17.30 Uhr am Sendlinger-Tor-Platz. Von Terrorwarnungen für München ist bislang nichts bekannt. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte unserer Zeitung, das Bedrohungsszenario von Dresden sei nicht übertragbar: „Das Risiko von Auseinandersetzungen haben wir so weit im Blick.“

Konkrete Drohungen oder Hinweise zu Anschlägen auf einzelne Personen „sind uns in Bayern nicht bekannt“. Auch von der Polizei hieß es: „Es gibt kein konkretes Gefährdungsszenario.“ Michael Stürzenberger ist Landesvorsitzender der rechtspopulistischen „Freiheit“. Er gehört zum Umfeld der Organisatoren von Bagida – und bestätigte am Sonntag: „Die Morddrohungen haben sich offenbar nur auf die Dresdner bezogen. Dem Organisationsteam in München ist nichts dergleichen bekannt.“

Vergangenen Montag hatte es – erfolglose – Blockadeversuche durch linke „Bagida“-Gegner gegeben. Im „Bagida“- Marsch wiederum hatten Beobachter viele organisierte Neonazis ausgemacht.

Hunderte Studenten protestieren gegen Demonstration

Von diesen distanzierte sich Bagida – reichlich spät – am Freitag per Mitteilung. Aber auch zur Demo am Montag rufen rechtsradikale Gruppen auf. Die offiziellen Gesichter von Bagida sind andere. Kein einziger Parteifunktionär soll im zwölfköpfigen Organisationsteam sein. Man gibt sich bürgerlich – was auch NPD-Politiker strategisch richtig finden.

„Pegida hat schon jetzt tausendmal mehr erreicht und mehr Menschen auf die Straße gebracht als etwa die NPD in den letzten Jahren“, schreibt Stadtrat Karl Richter von der „Bürgerinitiative Ausländerstopp“ auf Facebook. „Ein Erfolg, den man einfach zur Kenntnis nehmen muss.“

Als Erfolg sahen letzten Montag auch die „Bagida“-Gegner ihren Protest. Bis zu 20.000 Menschen demonstrierten für ein „buntes München“. Am Montag soll unter dem Motto „Tanz den Pegida“ am Sendlinger Tor gefeiert werden. Zugesagt haben etliche Prominente: Unter anderem werden Friedrich Ani, Doris Dörrie, Mehmet Scholl, Schu von „Blumentopf“ und Michael Mittermeier sprechen. Es spielt die „Schlachthofbronx“.

Die Polizei appelliert, „Bagida“ nicht zu blockieren. Aufgabe der Polizei sei es, die Versammlungsfreiheit durchzusetzen. Auch in Schwabing wird am Montag-Abend demonstriert. Der kleinere, bürgerlichere Pegida-Ableger will erneut auf die Straße gehen. „Mügida“, das letzte Woche in Haidhausen nur zwei Dutzend Demonstranten mobilisierte, trifft sich um 18.30 Uhr an der Ecke Leopold- und Giselastraße, um über die Leopold- und Ludwistraße zur Universität zu ziehen.

Hunderte Studenten haben schon angekündigt, gegen die Demonstration zu protestieren. Auch auf der Leopoldstraße dürfte es zu Staus kommen.

Rubriklistenbild: © Jantz (Symbolbild)

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