Innenministerium schweigt zu Problem

Nach Fall Dachau: Auch in Pasing zu wenig Polizisten

München/Dachau - Der Brandbrief der Polizeiinspektion (PI) Dachau an den bayerischen Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sorgt für Unruhe im Ministerium – so sehr, dass man dazu lieber nichts sagen möchte.

In dem Schreiben klagen die Personalräte und Gewerkschafter über akuten Personalmangel. Die öffentliche Sicherheit und Ordnung im Landkreis Dachau sei in Gefahr, heißt es in dem Brief.

Vor allem die Präventionsarbeit leidet darunter – sie findet derzeit so gut wie nicht mehr statt. Weil seit zehn Jahren eine Hausmeisterstelle eingespart wird, müssten die Beamten auch diese Aufgaben übernehmen.

Wie der Polizeiinspektion Dachau geht es auch anderen Dienstellen in Bayern. Beispiel München: Die Inspektion Pasing mit 76 Beamten betreut in ihrem Zuständigkeitsbereich mehr als 100 000 Bürger. Rein rechnerisch betrachtet ist ein Polizist für 1337 Bürger zuständig – in etwa der gleiche Wert wie bei der PI Dachau.

„Die bayerische Polizei wird von der Politik mit ständig neuen Aufgaben konfrontiert. Das muss sich endlich auch in mehr Planstellen widerspiegeln“, fordert Hermann Vogelgsang, der Vizechef der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) in Bayern. Ähnlich äußerte sich SPD-Landtagsabgeordneter Hans-Ulrich Pfaffmann: „Den Personalnotstand hat Ministerpräsident Günther Beckstein als ehemaliger Innenminister zu verantworten. Wir brauchen 1000 zusätzliche Planstellen bei der bayerischen Polizei.“ Dass die Sicherheitslage noch in Ordnung sei, habe man allein den engagierten Beamten zu verdanken.

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Polizei: Wir sind gefährlich wenig!

Innenminister Joachim Herrmann hat inzwischen auf den jahrelangen Personalmangel reagiert. Bei der Einweihung des Polizeipräsidiums Oberbayern-Nord am Mittwoch in Ingolstadt kündigte er 200 zusätzliche Ausbildungsstellen an. Den Polizeigewerkschaften ist das zu wenig. „Wegen der demografischen Entwicklung muss aber noch ordentlich aufgesattelt werden“, heißt es.

jam.

Quelle: tz

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