Münchnerin viermal operiert

Nach Gletscher-Schock: Sie ist bald wieder daheim

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Sabine Hellenbrandt mit Gips nach dem Unfall am Fox-Gletscher

München - Fast 18 Stunden lang lag Sabine Hellenbrandt (34) mit gebrochenen Gliedern in einer Gletscherspalte – die ganze Nacht hindurch. Bald kehrt die Münchnerin nach Hause zurück.

Sie ist auf dem Weg der Besserung. Hat den Schock ihres Lebens überwunden, die schweren Verletzungen kuriert. Und wird bald wieder nach Hause fliegen können. In ihr geliebtes München. Doch wie findet ein Mensch Worte für das Unerklärliche? Wenn man dem eigenen Tod ins Auge blickt?

„Ich dachte nur, das war’s – das war mein letzter Atemzug“, sagt Sabine Hellenbrandt (34). Fast 18 Stunden lang lag sie mit gebrochenen Gliedern in einer Gletscherspalte – die ganze Nacht hindurch. 20 Meter tief fiel die Münchner Bergsteigerin hinab in einem Abgrund, als sie in Neuseeland Mitte März den Fox-Gletscher erkundete. Wie durch ein Wunder überlebt sie den Horror in der Südsee.

Zu verdanken hat sie ihr Leben – neben ihrem starken Durchhaltewillen – auch ihrem Begleiter, dem Arzt Helmut Luchmann (55). Er kam ihr nach dem schrecklichen Sturz zuhilfe. „Ich sah, dass sie sich bewegte und rief nach ihr und war überglücklich, als sie antwortete.“ Mit Eispickel und Seil klettert er von einem Felsvorsprung die 20 Meter hinunten in die gefährliche Gletscherspalte.

„Ich wollte sie herausziehen, aber sie konnte mir nicht helfen“, sagt der Arzt. Die Münchnerin ist schwer verletzt, bricht sich bei ihrem Absturz Handgelenk, Arm und Knöchel, als ihr Körper gegen die Felsen kracht. Luchmann holt Hilfe bei einer Hütte, Rettungskräfte wollen sie mit dem Hubschrauber bergen – doch die Nacht bricht herein, der Einsatz muss bis zum Morgen warten. „Bitte komm ganz nah zu mir, damit ich mich nicht alleine fühle“, sagt Hellenbrandt zu einem Retter Richard – einem Bergwachtler, der sie mit Gesprächen durch die eisige Nacht begleitet.

Vier mal müssen Ärzte ihren geschundenen Körper operieren. Wenn sie gesund ist, will die Münchnerin ihre Tour in Neuseeland fortsetzen. Doch nun kommt sie erst einmal nach Hause. Lebendig. Und voller Hoffnung.

thi

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