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Nach Inferno in Obersendling: Darum liegen die Wracks noch am Straßenrand

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Von: Nadja Hoffmann

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Auch drei Wochen nach dem Inferno stehen die Feuer-Wracks in Obersendling.
Auch drei Wochen nach dem Inferno stehen die Feuer-Wracks in Obersendling. © Schlaf/Feuerwehr

Abgefackelte Polizei-Autos im Juni, ein Brandanschlag auf den Internet-Ausbau im Juli: Wer sind die Feuerteufel, die immer wieder zuschlagen? Antworten auf diese Frage suchen das LKA und die Generalstaatsanwaltschaft.

Von den Kabeltrommeln bilden nur noch Schrotthaufen übrig.
Von den Kabeltrommeln bilden nur noch Schrotthaufen übrig. © Marcus Schlaf

Verkohlte Zugmaschinen, ausgebrannte Kabeltrommeln, Anhänger in Schutt und Asche: Wer sich in Obersendling in eine kleine Straße nahe der Siemensallee verirrt, fühlt sich an ein Kriegsgebiet erinnert. Dort stehen nach dem verheerenden Brand, zu dem es Ende Juli gekommen ist, noch immer die Wracks von fünf Lastwagen. Wer die Feuerteufel sind, die an der Baustelle für den Glasfaserausbau gezündelt haben, steht noch nicht fest. Das Polizeipräsidium hat die Ermittlungen abgegeben.

Die Generalstaatsanwaltschaft ermittelt

Wie die Generalstaatsanwaltschaft München bestätigt, liegt das Verfahren inzwischen in ihrer Zuständigkeit. Genaugenommen bei der Zentralstelle für Extremismus und Terrorismus (ZET). Warum‘? „Ein (links-)extremistischer Hintergrund kann nicht ausgeschlossen werden“, erklärt Oberstaatsanwalt Dr. Klaus Ruhland. Weiter kann er nicht ins Details gehen, weil die Ermittlungen zu dem Inferno eben noch laufen.

Infrastruktur soll geschädigt werden

Passanten waren in der Nacht zum 25. Juli gegen 3 Uhr auf den Brand aufmerksam geworden und hatten sofort die Feuerwehr alarmiert. Was folgte, war ein Großeinsatz: Die Unbekannten hatten fünf Lastwagen und mehrere Anhänger einer Spedition aus dem Norden Münchens angezündet. Außerdem wurden Kabeltrommeln und Bauutensilien vernichtet: Die Fläche diente der Telekom als Lagerplatz für den Ausbau des schnellen Internets in Thalkirchen. Der Millionen-Schaden ist für die Spedition ein herber Schlag: Sie hat nicht nur einen Teil ihrer Flotte verloren, sondern steht nun auch vor dem Problem, nicht sofort wieder aufrüsten zu können. Die Lieferzeiten für Lastwagen sind entsprechend lang. Bei dem Brandanschlag, der die Infrastruktur schaden soll, handelt es sich freilich nicht um einen Einzelfall. Schon öfter ist es zu Anschlägen gekommen, die ein gezieltes Vorgehen der linken Szene vermuten lassen. Wie im Mai 2021 der Kabelbrand, der das Stromnetz für 20 000 Haushalte lahmgelegt hat. Oder der Anschlag, der in diesem Sommer die Anwohner am Nockherberg geschockt hat.

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