Nach Kristallschädel-Fund: Was steckt auf Ihrem Dachboden?

Der bayerische Kristallschädel: 17,5 Zentimeter hoch und 9,2 Kilo schwer.

München - Nach dem Fund eines geheimnisvollen Kristallschädels in Bayern sind immer noch Tausende Kunstwerke verschollen, darunter ein van Gogh, ein Raphael, historische Dokumente. Vielleicht liegen eines bei Ihnen?

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Mysteriöser Fund: Kristall-Schädel in Bayern entdeckt

Es waren einfache Leute in der US-Armee, doch diesen 350 Männern und Frauen verdankt die Allgemeinheit – vor allem die deutsche – die Rettung von Millionen Kunstschätzen: Gemälde von Rembrandt, da Vinci und Manet sowie Gold, Geschmeide, antike Schriften – Artefakte von unvorstellbarem Wert. Die sogenannten Monuments Men der US-Armee, die – per Sonderbefehl von General Eisenhower ausgestattet – noch während des Zweiten Weltkriegs nach den von Hitler, Göring und Himmler zusammengerafften Artefakten suchten, bleiben bis heute aktiv. In der letzten Botschaft der Monuments Men, die nun in einer hochdekorierten amerikanischen Stiftung arbeiten, vom vergangen Jahr heißt es auf Deutsch: „Was ist auf Ihrem Dachboden?“

Nie war diese Frage brisanter, seitdem unter eben einem bayerischen Dach ein mysteriöser Kristallschädel durch das Magazin Mysteries entdeckt wurde. Erworben laut Besitzer „zum Kaufpreis eines Butterbrots“. Diese Geschichte elektrisiert nicht nur Verschwörungsfanatiker, Weltuntergangspropheten und Schatzjäger. Handelt es sich tatsächlich um einen dieser sagenhaften Schädel aus der präkolumbianischen Kultur, die – falls alle angeblich verloren geglaubten 13 Schädel zusammengebracht sind – ein neues Zeitalter im Mayakalender beginnen lassen? Wissenschaftler halten die Legende für Humbug und applaudieren höchstens den unbekannten, neuzeitlichen Schleifern, die die Schädel hergestellt haben sollen. Auch Chefredakteur Lüc Bürgin vom Mysteries-Magazins will sich nicht festlegen und eine Fachprüfung abwarten.

Und dennoch gibt es einen weiteren Aspekt in der Sache: eine Nazi-Liste, auf der der Schädel sowie ein „Goldkessel, keltisch, Otto Gahr, München“ auftauchen. Der berühmte Chiemseekessel (siehe unten)?

Sicher ist: Noch Tausende Kunstwerke sind verschollen, darunter ein van Gogh, ein Raphael, historische Dokumente. Vielleicht liegen sie bei Ihnen? Die Monuments Men gehen davon aus, dass „heutige Erben weder den Ursprung kennen noch wissen, dass ein Verkauf illegal ist“.

Auf der Jagd nach dem Bernstein-Zimmer

Scharen von Schatzjägern suchen nach wie vor nach dem Bernstein-Zimmer, von dem sich 1942 im früheren Königsberg jegliche Spur verliert. In den vergangenen Jahren sind auf den Verbleib des Schatzes von Zar Peter des Großen mindestens zwei Hinweise hierzulande bekannt: Einer führt nach Pfatter (Oberpfalz). Der Ort taucht auf einem SS-Fernschreiben mit dem Stempel „Geheim“ auf, in dem von „wertvollen Material“ die Rede ist. Doch die Glücksritter werden enttäuscht, genauso wie zuvor bei ihrer Suche am Watzmann. Die Hinweise auf den Berg stammen von einem Wirt, dessen Gaststube angeblich eine Schatzkarte ist.

Goldener Chiemseekessel - Rätsel gelöst?

Über zehn Kilo pures Gold - der Kessel, der im Jahr 2001 im Chiemsee gefunden wurde, ist real. Um ihn dreht sich alles bei einem Prozess in der Schweiz: Angeklagt ist ein Geschäftsmann, der den Kessel ankaufte, um ihn als Heiligen Gral weiter zu vermarkten. Anleger glaubten daran, später zeigten sie den Mann an. Kommende Woche soll das Urteil gefällt werden. Ein „Goldkessel“ steht übrigens auf der Liste, die bei dem Kristallschädel entdeckt wurde. Demnach war der Hersteller der Münchner Goldschmied Otto Gahr – ein Hitler-Vertrauter.

MC

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