Messerstecherei auf der Wiesn

Täterin sitzt jetzt in Hamburg in U-Haft!

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Der Tatort: Vor dem Käferzelt kam es am ersten Wiesn-Wochenende zu einer folgenschweren Auseinandersetzung zweier Gruppen.

München/Hamburg - Nach der blutigen Messerstecherei vor dem Käferzelt muss sich die Täterin wohl demnächst vor Gericht verantworten. Die Polizei nimmt sie in U-Haft. Es drohen bis zu 15 Jahre Knast.

Sie soll laut den Ermittlern die Messerstecherin vom Käferzelt sein und deswegen sitzt die Frau, die am ersten Wiesn-Samstag einem 33-Jährigen aus Poing mit einem Messer in den Rücken gestochen hat, jetzt doch in Hamburg in Untersuchungshaft.

Das war passiert: Am 19. September hatte die Hamburger Millionärs-Freundin Sandra N. (Name geändert) im Käferzelt gefeiert. Beim Aufbruch kam es zum Streit mit den Tischnachbarn, mit denen die Gruppe nach Zeltschluss draußen wieder zusammentraf. Die Männer beleidigten sich, schubsten sich, dabei stürzte einer der Männer zu Boden. Sein Freund, der Kraftfahrer Andreas R. (33), kam ihm zu Hilfe. Plötzlich soll Sandra N. ein Taschenmesser gezückt und auf Andreas R. eingestochen haben. Polizisten bemerkten kurze Zeit später, dass er am Hals und in der Nierengegend blutet.

Sandra N. und ihre Freunde zogen daraufhin davon und sollen sogar noch in einem Nobelclub weitergefeiert haben. Am Montag darauf stellte sich Sandra N. der Polizei. Über die Tischreservierung wäre die Mordkommission wohl früher oder später sowieso auf die 33-Jährige gekommen. Die Staatsanwaltschaft beantragte Haftbefehl wegen versuchten Mordes. Der Untersuchungsrichter entschied lediglich auf gefährliche Körperverletzung, sodass Sandra N. wieder auf freien Fuß kam.

Mordmerkmal der Heimtücke erfüllt

Die Freundin eines Multimillionärs räumte laut Polizei ein, zugestochen zu haben. Sie habe die Situation als bedrohlich empfunden und sei in Panik geraten. Doch die Staatsanwaltschaft ließ nicht locker. „Das ist aus unserer Sicht keine Notwehrlage, sondern es besteht der Verdacht des versuchten Mordes“, sagt Staatsanwalt Peter Preuß. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft ist das Mordmerkmal der Heimtücke erfüllt, denn das Opfer konnte nicht mit so einem Angriff rechnen.

Dieser Ansicht folgt nun auch das Landgericht München nach einer Beschwerde des Staatsanwalts. „Die mutmaßliche Messerstecherin wurde am Mittwoch in ihrem Haus im Hamburger Stadtteil Winterhude - einer sehr guten Wohngegend - widerstandslos festgenommen“, sagt ein Sprecher der Hamburger Polizei. Noch sitzt sie in Hamburg in Untersuchungshaft, wird aber bald nach München überführt.

Für ihr Opfer wird es ein schwacher Trost sein: Der 33-Jährige hat mehrere schwierige Operationen hinter sich. Tagelang lag er auf der Intensivstation, ist immer noch im Krankenhaus.

Folgt der Richter nun der Mordanklage, drohen Sandra N. drei bis 15 Jahre Knast.

Jasmin Menrad

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