Stadtrat München entscheidet

Nach Munitionsfund in Freimann: Hauseigentümerin muss für Bergung zahlen

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Hauseigentümerin Melitta Meinberger an dem Grundstück, auf dem die Weltkriegsmunition gefunden wurde.

Für die Bergung eines Munitionsdepots aus dem Zweiten Weltkrieg muss Melitta Meinberger, die Eigentümerin des Grundstücks Zwergackerweg 3 in Freimann, rund 45 000 Euro zahlen. Zudem soll sie die Kosten für die Wiederherstellung ihres Gartens selbst tragen.

Das hat der Stadtrat gestern in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen. Der Anwalt Meinbergers will die Entscheidung nicht hinnehmen und kündigt rechtliche Schritte an.

Wie berichtet, waren im März 2017 bei Grabungen im Garten Meinbergers rund 15  Tonnen Weltkriegsmunition gefunden worden. Die Munition wurde beseitigt, ein Dutzend scharfer Granaten musste vor Ort gesprengt werden. Rund 1,7 Millionen Euro kostete die Bergung der Kampfmittel – inklusive der Kosten für die Hotelunterbringung, denn rund 200 Anwohner waren evakuiert worden. Alleine finanzieren wollte die Stadt die Maßnahme derweil nicht.

Zunächst hatte sich die Kommune an Bund und Freistaat gewandt. Der Bund signalisierte zwischenzeitlich, einen erheblichen Teil der Kosten zu übernehmen: rund 1,15 Millionen Euro. Der Stadtrat wiederum hatte sich bereit erklärt, knapp 400 000 Euro für die Evakuierung und den Feuerwehreinsatz zu übernehmen. Die übrigen 170 000 Euro könnten offenbar rechtlich theoretisch auf die Grundstückseigentümerin umgelegt werden.

Die vom Stadtrat nun beschlossenen rund 45 000 Euro für Meinberger entsprechen in etwa den Kosten, die Nachbarn der Grundstücke Obere Hausbreite 6 und 6a aufbringen mussten, als sie 2012 auf eigene Rechnung von einer Fachfirma Munition auf ihrem Grundstück beseitigen ließen.

Allesamt Zahlen, die sich Rechtsanwalt Florian Englert nicht erschließen. Der Jurist vertritt die Interessen von Melitta Meinberger und beklagt, dass er seit Jahren keine Zahlen oder Grundlagen für die Berechnung von der Stadt erhalten habe. „Die Kosten, die dort geltend gemacht werden sollen, können wir nicht nachvollziehen. Die ganze Art, ohne die Betroffenen zu beteiligen, das geht einfach nicht.“ Sollte ein Bescheid kommen, werde man ihn nicht akzeptieren. Rechtliche Schritte behalte man sich vor. 

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