Warum der Kult-Chauffeur einen Neustart angeht

Ab nach Ostfriesland: Mosis Fahrer verlässt München

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Andreas Kaplan zieht’s nach Ostfriesland.

München/Leer - Labskaus statt Leberkäs: Andreas Kaplan (55), der ehemalige Chauffeur von Modezar Rudolph Moshammer, ist jetzt ein Ostfriese. Der tz erklärt er die Gründe.

Nach 25 Jahren in München braucht der gebürtige Thüringer einen Tapetenwechsel. „Ich mach mal den Fisch“, sagte er der tz. „Es ist Zeit für ein neues Leben.“

Kaplan steht kurz nach dem Mord an Moshammer in dessen Geschäft.

Zehn Jahre nach dem Mord an Mosi im Jahr 2005 hat Andreas Kaplan alle Zelte hier in München und Grünwald abgebrochen. Die von Moshammer geerbte Wohnung hat er inzwischen verkauft. „Ich will endlich ich sein“, begründet der Thüringer seinen Umzug nach Ostfriesland in den Kreis Leer. Er möchte eben nicht mehr nur der Ex-Chauffeur von Rudolph Moshammer sein. Er wurde noch immer erkannt und fühlte sich nicht wirklich frei. „Es waren ereignisreiche Jahre hier in München, auf die ich in großer Dankbarkeit zurückblicke.“

Die Liebe zu Ostfriesland hat er erst an Ostern und ganz spontan entdeckt. Die Jungfernfahrt mit seinem knallroten Seat Leon führte ihn in Richtung Nordsee – und in einen kleinen Ort etwa 50 Kilometer von der Küste entfernt. Hier wohnt er jetzt in einem Doppelhaus aus Klinkersteinen zur Miete: „Ich freue mich auf das Leben hier.“

Schauspielerin Birgit Bergen besucht mit Kaplan und Daisy das Mosileum am Ostfriedhof.

Die nächsten Wochen heißt es für Andreas Kaplan, sich eine neue Existenz aufzubauen. „Ich möchte weiter als Hausmeister arbeiten.“ Seine Kunden in und um München waren es deshalb auch, die ihm den Abschied nicht ganz so leicht gemacht haben. „Da sind über die Jahre echte Freundschaften daraus geworden.“

Jetzt aber schaut der 55-Jährige nur nach vorn. Die vergangene Woche hat der gelernte Maler zusammen mit seiner Tochter die Zimmer in seinem Haus farblich auf Vordermann gebracht. „Und ich hab mir neue Möbel gekauft. Ich will einen Neuanfang.“

Und was ist mit der Urne von Moshammers Schoßhündchen Daisy? Auch ihre Asche hat er in Grünwald zurückgelassen. „Sie ist dort, wo sie hingehört. In der Nähe, wo sie zuletzt mit Mosi unter einem Dach lebte“, so Andreas Kaplan.

JAM

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