Nach Hep-Putsch

Sie ist die neue starke Frau bei den Grünen

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Sabine Nallinger feiert ihren Triumph.

München - Jubelnd begrüßen ihre Parteifreunde die neue OB-Kandidatin in der Parteizentrale am Sendlinger Tor. Sabine Nallinger kann ihr Glück noch nicht fassen:

„Ich bin überwältigt“, so die zweifache Mutter, die erst zwei Stunden vorher zu Hause am Schreibtisch via Telefon von Münchens Grünen-Chefin Katharina Schulze erfahren hat, dass sie im Frühjahr 2014 als OB-Kandidatin der Grünen ins Rennen zieht.

Nallinger hatte in der Basisbefragung der Münchner Grünen 361 Stimmen bekommen, auf ihren Kontrahenten Hep Monatzeder waren 183 Stimmen entfallen, Münchens Ex-Grünen-Chef Nikolaus Hoenning kreuzten 49 Grünen-Mitglieder an. Die Wahlbeteiligung lag bei 48,6 Prozent.

Die knapp 61 Prozent, die Nallinger bei dem Votum erreichte, lassen sie jubeln: „Ein tolles Ergebnis, das hat alle meine Erwartungen übertroffen, ein klarer Vertrauensbeweis.“ Das Auswahlverfahren sei ein Beispiel, wie sie sich Entscheidungsprozesse künftig organisieren will. Nallinger: „Ich stehe für einen transparenten Politikstil.“

In der Bewerbungsphase habe sie mit ihren Aussagen zum Thema Wohnen ein schwieriges Thema angesprochen. Auch hier sagt sie: „Das ist mein Politikstil, Themen anzusprechen, die angesprochen werden müssen.“

Jetzt will Nallinger die Ärmel hochkrempeln: „Ich habe einen großen Plan für München“, sagt sie. Sie wolle „Visionen, keine Denkverbote“. So müsse ein neuer Stadtentwicklungsplan her. „Der letzte ist 50 Jahre alt.“ Beim Ausbau erneuerbarer Energien, will sie neue Akzente: „Mir fehlt bislang der lokale Ansatz.“ Bei der Siedlungspolitik will sie auch die Region stärker einbeziehen. „Das ist in anderen Großräumen selbstverständlich. Auch der öffentliche Raum ist ihr ein Anliegen. Und Nallinger will nicht, dass die Schere zwischen arm und reich in München weiter auseinanderklafft und Bildung nur für Reiche da ist. Sie sagt: „Ich will alle mitnehmen.“ Ihre Devise für die Wahl, vor der sie sich nicht auf einen Koalitionspartner festlegen will: „Wir können nicht nur die Oberbürgermeisterin stellen, wir können auch mit starken Grünen in den Stadtat ziehen. Wir haben das Zeug dazu, wir schaffen das.“

Steckbrief

1963 in Stuttgart geboren, Studium der Stadt-, Verkehrs- und Umweltplanung an der TU München. Tätigkeit in Ingenieurbüros, im Planungsreferat und seit 2003 bei den Stadtwerken. Seit 2008 Stadträtin, lebt mit Mann und zwei Töchtern (12, 14) in Sendling.

Johannes Welte

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