Nach Schlachthof-Skandal: Stadt verschärft die Regeln

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Bei der Schweineschlachtung war es zu einem Fauxpas gekommen: 650 Kadaver mussten verbrannt werden.

Neue Regeln für den Schlachthof: Mit dem Töten der Tiere darf erst jetzt erst begonnen werden, wenn die schriftliche Freigabe eines Veterinärs vorliegt. Damit reagiert die Stadt auf die jüngsten Vorkommnisse. 

Auf dem Schlachthof darf nur noch mit der Schlachtung begonnen werden, wenn die schriftliche Freigabe eines Tierarztes erfolgt ist. Außerdem sind die Veterinäre jetzt verpflichtet, vor Schlachtbeginn miteinander Kontakt aufzunehmen. Das teilt das Kreisverwaltungsreferat in einem Antwortschreiben an die Grünen mit.

Die neuen Regeln sind die Konsequenz aus einem Versäumnis bei der Schweineschlachtung am 10. Januar. Damals war aus Krankheitsgründen nur einer der Ärzte anwesend, vorgegeben sind zwei. Ein Mediziner führt die Untersuchung vor dem Schlachten durch (Lebendschau), ein anderer kontrolliert das Schlachtgut (Fleischuntersuchung). Am 10. Januar war lediglich diese Position besetzt. Dass mit dem Schlachten begonnen wurde, ohne dass es zuvor eine Lebenduntersuchung gegeben hatte, war erst spät bemerkt worden. Das Veterinäramt sei durch den Schlachthofbetreiber erst kurz vor Schlachtende am Rande eines anderen Gesprächs informiert worden, hieß es aus der Verwaltung. „Daraufhin wurde ein amtlicher Tierarzt bereitgestellt, sodass einige Tiere noch rechtskonform für die Lebensmittelgewinnung geschlachtet werden konnten. Die Schlachtzahl betrug 699. Hiervon konnten nur 46 Tiere noch als Lebensmittel verwertet werden.“ Die übrigen Kadaver wurden verbrannt.

Nun heißt es in dem Antwortschreiben des Referates, dass so etwas noch nie vorgekommen sei. „Bei einem vergleichbaren Ereignis am 23. März 2018, bei dem sich die amtliche Tierärztin verspätete, wartete der Schlachtbetrieb wie vorgeschrieben mit dem Schlachtbeginn bis zum Eintreffen der Tierärztin.“ Für die Schlachtung von Schweinen ist die Schweineschlachtung München GmbH zuständig. Deren Geschäftsführer Markus Pöllot entschuldigte sich: „Wir bedauern diesen Vorfall sehr und prüfen mit Nachdruck, wie es dazu kommen konnte.“

Grünen-Chefin Katrin Habenschaden freut sich über die neuen Regeln: „Die nun erforderliche schriftliche Freigabe verhindert hoffentlich ab jetzt solch eklatante Pannen. Den Schweinen, die erst ein qualvolles Dasein gefristet haben und nun völlig umsonst gestorben sind, nützt das allerdings nichts mehr.“ 

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