Schülerin (12) vergewaltigt: DNA-Spur entlarvt Täter

Kirchheim - Die Entführung und Vergewaltigung einer Zwölfjährigen aus Dietersheim am 11. August 2003 bei Eching steht sechs Jahre und zwei Monate später vor der Aufklärung.

Dringend tatverdächtig ist ein Lkw-Fahrer (32) aus Kirchheim. Der Mann sitzt bereits im Gefängnis – weil er seine Freundin (26) im März 2009 in der gemeinsamen Wohnung gefesselt, stundenlang vergewaltigt und mit einem Skalpell bedroht hatte. Am 14. September hat ihn das Landgericht München I zu sechs Jahren und drei Monaten Freiheitsstrafe verurteilt.

Der Sexualstraftäter hatte eine Speichelprobe abgeben müssen. Ein routinemäßiger Abgleich mit einer DNA-Spur aus dem Fall im August 2003 zeigt: Der Kirchheimer hat mit hoher Wahrscheinlichkeit damals auch das Mädchen überfallen, meldet die Kripo.

Die Zwölfjährige war am Vormittag des 11. August 2003 auf der Ortsverbindungsstraße von Dietersheim nach Eching geradelt, wollte zu einem Tennis-Schnupperkurs. Der fiel aus, so fuhr das Mädchen auf dem selben Weg zurück, auf dem Radweg parallel zur Straße. Plötzlich versperrte ihr ein roter Wagen den Weg, der Fahrer sprang heraus und zerrte das Kind vom Rad, fesselte das Mädchen und sperrte es in den Kofferraum seines Wagens. In seiner Wohnung missbrauchte er die Kleine und ließ sie danach in einem Waldstück bei Garching wieder frei. Verängstigt und orientierungslos irrte das Mädchen herum, bis eine Aushilfsschäferin das Kin fand und nach Hause fuhr. In der Zwischenzeit hatte der Vater bereits Vermisstenanzeige erstattt. Die großangelegten Ermittlungen der Kripo brachten trotz aufwändiger Zeugenaufrufe und Aussetzung einer Belohnung kein greifbares Ergebnis.

Bis gut sechs Jahre später ein automatisierter DNA-Abgleich auf den Kirchheimer Gewalttäter führte. Der Mann war nach der brutalen Vergewaltigung seiner Freundin nur deshalb mit sechs Jahren und drei Monaten Strafe davongekommen, weil er ein Geständnis abgelegt und seinem Opfer 5000 Euro Schmerzensgeld gezahlt hatte. Das sieht jetzt, nachdem ihm auch der Überfall auf das Kind zur Last gelegt wird, wieder ganz anders aus.

Ermittler der Kriminalpolizei haben den Kirchheimer bereits mit den neuen Vorwürfen konfrontiert. Bislang wollte er sich dazu nicht äußern, sagt die Kripo. Leugnen wird ihm aber nichts nützen. „Wir haben aus unserer Sicht eindeutige, unwiderlegbare Beweise“, sagt ein Polizeisprecher. gü

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