Richterin macht ihr aber wenig Hoffnung

Nach Horror-Sturz auf Rolltreppe: Studentin verklagt Stadtwerke

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Fordern Schadenersatz von den Stadtwerken: Studentin Conny wird vor Gericht von Heiko Swodenk vertreten.

München - Conny stürzte im Frühjahr die Rolltreppe am U-Bahnhof Westpark hinunter und verletzte sich schwer. Nun will sie dafür von den Stadtwerken entschädigt werden.

Die Verletzungen an Connys Beinen sind noch immer sichtbar.

Die scharfen Rillen zeichnen sich auf ihrer Haut ab. Auf beiden Unterschenkeln kann man Connys Narben sehen. „Sie werden mir wohl bleiben“, sagt sie traurig.

Es waren nicht die einzigen Verletzungen, die die Studentin (22) am 17. Mai erlitten hatte: Am U-Bahnhof Westpark stürzte sie unglücklich auf der Rolltreppe - und fiel den gesamten Schacht hinunter. „Ich hatte Platzwunden und eine Gehirnerschütterung.“ Unter Schock musste sie in die Notaufnahme!

Verhandlung vor Landgericht seit Freitag

Schuld an Connys Horror-Sturz sollen die Stadtwerke sein, seit Freitag verhandelt das Landgericht ihre Klage: „Wir fordern 6000 Euro Schadenersatz“, sagt Anwalt Heiko Swodenk. Denn angeblich hatte die Treppe einen technischen Defekt: „Sie hielt plötzlich, als ich fast oben war“, sagt Conny. „Dann fuhr sie ruckartig weiter, und ich verlor mein Gleichgewicht.“

Rückwärts fällt die Studentin die Rolltreppe hinunter und überschlägt sich dabei mehrfach. Schwer verletzt, verpasst Conny später fast ein ganzes Semester ihres Medizinstudiums. „Bis heute sind Nerven in meinem Bein geschädigt“, sagt sie.

Stadtwerke wissen nichts von technischen Störungen

Die Rolltreppe am U-Bahnhof Westpark.

Müssen die Stadtwerke dafür haften? Darum geht es vor Gericht. „Wir bestreiten den Vorfall nicht, aber das ruckartige Anlaufen der Rolltreppe“, sagt Anwalt Jürgen Voltz, der die Stadtwerke vertritt. Technische Störungen seien für den 17. Mai nicht verzeichnet. „Der angebliche Fehler ist auch nie wieder aufgetreten.“

Zudem gebe es Prüfungen durch den TÜV und regelmäßige Wartungen. Deren Qualität zweifelt Connys Anwalt Heiko Sowdenk aber an und will jetzt einen Gutachter einschalten.

Richterin sieht bisher keine „Verletzung der Verkehrssicherungspflicht“

Erst im Februar setzt Richterin Kern den Prozess fort. „So tragisch der Vorfall war, eine Verletzung der Verkehrssicherungspflicht sehe ich bisher nicht“, lautet ­ihre Einschätzung. Bei technischen Geräten könne es eben zu Ausfällen kommen. Bitter für Conny! Für sie hätte der Sturz auch tödlich enden können.

Dazu kommt: Etliche Passanten hatten ihren Unfall auf der Rolltreppe am Westpark beobachtet. „Leider hat sich dann aber niemand als Zeuge gemeldet.“

Andreas Thieme

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