Nach tz-Bericht: Viel Kritik am Mietspiegel

München - Kaum ist der neue Mietspiegel da, geht auch schon der Streit um die Zahlen los – auch weil die amtliche Statistik erstmals seit ihrer Einführung 1975 niedrigere Mieten ausweist. Vor allem die Vermieter regt das auf.

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Mietspiegel: Zahlen Sie zu viel Miete?

Schock für Bewohner: Miete um 15 Prozent rauf!

 „Eine Steigerung um 15 Prozent im Vergleich zu 2009 wäre realistisch!“, wettert Rudolf Stürzer, Chef von Haus & Grund in München. „Ich kenne keinen einzigen Fall einer Mietsenkung. Bei uns fallen die Mieten nicht.“ Stürzer verweist dabei nicht auf irgendeine Studie, sondern auf den Wohnungsmarktbericht der Stadt! Dieser weise seit 2007 eine Steigerung von 20 Prozent aus – wobei sich diese Daten nur auf neue Mietabschlüsse beziehen und nicht auch auf bestehende Mietverhältnisse wie im Mietspiegel.

Dennoch entzündet sich auch daran Streit: Münchens wichtigster Mietrichter Wolfgang Schuldes hält ihn gar für einen Preistreiber: „Ich bin kein Mietspiegelgläubiger.“ Der Vorsitzende der Mietrechtskammer am Landgericht, der jährlich 80 Urteile des Amtsgerichts überprüft, kritisiert die Datenbasis des Mietspiegel als unrealistisch, weil gar keine alten, und billigeren Verträge berücksichtigt werden. Auch der Vize der Münchner SPD, Roland Fischer, sieht das so: „Das verfälscht das Ergebnis zum Nachteil der Mieter.“

Stadt und sogar Mieterverein stehen dagegen zum Zahlenwerk. „Es gibt Rechtssicherheit. Auch dank ihm können wir 98 Prozent aller Streitigkeiten außergerichtlich regeln“, sagt Mietervereins-Vorsitzende und SPD-Stadträtin Beatrix Zurek. Sie will den Mietspiegel sogar stärken – und alle zwei Jahre komplett erheben.

svs

Rubriklistenbild: © Schlaf

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