DNA-Treffer nach 22 Jahren

Endlich haben Sie Kittys Killer

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Im fünften Stock dieses Hauses in der Heißstraße wurde die 63-Jährige ermordet.

München - 22 Jahre nach dem Mord an der 63-jährigen Verkäuferin Elisabeth G. hat die Staatsanwaltschaft München Anklage gegen einen heute 44-Jährigen erhoben.

Ihr Spitzname war Kitty. Ende der 80er-Jahre war die lebenslustige, ehemalige Verkäuferin Elisabeth G. (63) in Schwabinger Kneipen ein gern gesehener Gast. Hier sucht die alleinlebende Witwe, die zuweilen noch in einem Spielsalon jobbte, ein wenig Anschluss. Manchmal nahm sie auch mal einen Mann mit heim. Doch in der Nacht zum 8. September 1990 geriet sie an den Falschen. Vor ihrer Wohnung im fünften Stock des Mehrfamilienhauses in der Heßstraße fiel die Witwe einem wahrlich grausamen Sexual-Verbrechen zum Opfer. Nun – fast auf den Tag genau 22 Jahre später – vermeldete die Staatsanwaltschaft München I, dass Kittys Mörder gefasst ist. Es handelt sich um den Staatenlosen Ismat O. (44), der wegen gefährlicher Körperverletzung in Tübingen in Haft sitzt.

Kitty wohnte im fünften Stock des Hauses. Bei ihren Nachbarn war die streitlustige, gebürtige Polin nicht beliebt, weil es in ihrer Wohnung nachts oft lautstark zur Sache ging. Sie kümmerte sich in der Mordnacht auch niemand um den Lärm im Treppenhaus. Wer hätte ahnen können, dass Kitty in jener Nacht verzweifelt um ihr Leben kämpfte…

Am Abend davor hatte sich die durchaus attraktive Frau hübsch angezogen und war in ihrem beigen Hosenanzug ausgegangen. Dort lernte sie den damals 22-jährigen, gebürtigen Araber Ismat O. kennen. In der Nacht begleitete er sie gegen 23 Uhr heim, erhoffte sich ein flottes Abenteuer. Doch vor ihrer Tür stellte Elisabeth G. fest, dass sie ihren Hausschlüssel im Spielsalon vergessen hatte. Sie wollte ihren jungen Lover wegschicken. Doch der ging nicht!

Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft griff er die ahnungslose Frau hinterrücks an und würgte sie massiv. Und dann geschah etwas Unbegreifliches: In einer Art Raserei verbiss sich der Täter in Elisabeth G.’s Hals und fügte ihr dabei so fürchterliche Wunden zu, dass sie letztlich an ihrem eigenen Blut erstickte. Bevor er floh, verging der Mörder sich an der Sterbenden. Erst knapp zwei Stunden wurde die 63-Jährige von einem heimkehrenden Nachbarn gefunden – tot.

Die DNA-Analyse steckte 1990 noch in den Kinderschuhen, dennoch wurden alle Spuren aufbewahrt. Im Rahmen der Altfall-Bearbeitung wurde die Täter-DNA in den Zentralcomputer eingegeben, der nun den Treffer meldete.

Ismat O. bestreitet vehement, der Mörder zu sein.

Dorita Plange

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