Nach umstrittener Grill-Aktion

Stadtrat Assal will sich entschuldigen

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Josef Assal ist auch Bezirksausschuss-Chef in Aubing und arbeitet als Notarzt

München - Die umstrittene Spanferkel-Aktion des SPD-Stadtrates Josef Assal soll mit einer Entschuldigung vorerst ad acta gelegt werden.

Assal hatte vor zwei Wochen anlässlich der Eröffnung des S-Bahnhofes Freiham ein Spanferkel gegrillt, um damit gegen den geplanten Bau einer Eisenbahnunterführung zu demonstrieren (siehe unten). Auf dem Spanferkel war unter anderem das Wort „Münchner Stadtrat“ geschrieben.Assal erläuterte noch, dass er damit vor allem die Fraktionsvorsitzenden von FDP und CSU, aber auch seinen eigenen Fraktionschef von der SPD, Alexander Reissl, gemeint hatte.Schließlich hatten alle drei Parteien gegen Assals Willen für den Bau der Unterführung gestimmt.

Die Empörung bei den betroffenen Parteien war groß. Am Freitag beschäftigte sich der Ältestenrat des Stadtrates mit dem Fall. Ergebnis: Assal muss sich bis zur nächsten Vollversammlung des Stadtrates am kommenden Mittwoch in aller Form entschuldigen. Falls das nicht geschieht, werden die betroffenen Fraktionen eine Missbilligung seines Verhaltens aussprechen.

Es sieht aber so aus, als ob es nicht dazu kommen wird. Münchens SPD-Chef Hans-Ulrich Pfaffmann traf sich am Freitag mit Assal. Das Ergebnis, so Pfaffmann: „Herr Assal hat die Auswirkungen der Aktion völlig unterschätzt. Er hatte nicht damit gerechnet, dass das als verletzend aufgenommen werden könnte.“ Dies sei nicht Assals Absicht gewesen. Pfaffmann: „Assal will sich bei denen, die sich angesprochen gefühlt haben, schriftlich entschuldigen.“

Ob Assal unter diesen Umständen wieder als Kandidat für den Stadtrat und den Bezirksauschuss Aubing aufgestellt wird, will Pfaffmann nicht kommentieren. Die Aufstellungsversammlung findet am 19. Oktober statt.

Für CSU-Fraktionschef Josef Schmid käme die Entschuldigung Assals zu spät. „Sie kommt nur auf Druck zustande.“ Für Schmid gibt es nur eine Konsequenz: „Er muss seine Ämter niederlegen und dürfte nicht mehr als Kandidat aufgestellt werden.“

Gut Freiham: Diese Bäume will Josef Assal retten

Das schon 1136 erwähnte Gut Freiham wurde in den vergangenen zehn Jahren von der A 99 West und dem neuen Gewerbegebiet in Freiham in die Zange genommen. Noch führt eine idyllische Kastanien-Allee von Norden über das Bahngleis in das schlossartige Anwesen mit seinem Biergarten und der Wallfahrtskirche. Die Bahn machte aber die Schließung des Bahnübergangs zur Bedingung für den Bau des neuen S-Bahnhofes in Freiham. Dafür soll eine Fußgänger- und Radlerunterführung errichtet werden, der fünf Kastanien weichen müssten. SPD, CSU und FDP stimmten dafür, die Grünen und Josef Assal dagegen. Er macht mit einem Bürgerbegehren gegen das Projekt mobil. Bei der Eröffnung des S-Bahnhofes grillte Assal dann die Stadtrats-Sau. We

Johannes Welte

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