Der Tag nach der Fontäne

"Das Wasser hat Steine in die Luft geschleudert"

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Wasser bis zum dritten Stock: Birsen Ergin arbeitet in „Adnans Feinkost“ an der Görresstraße. Hier zeigt sie ein Foto vom Dienstagnachmittag.

München - Eine riesige Fontäne schoss am Dienstag aus dem Boden: An der Görresstraße, wo ein Bagger eine Hauptwasserleitung aufriss, sind die größten Schäden schon beseitigt.

Seit 6 Uhr morgens hat Manuela Lindner gekehrt und geschrubbt und gewischt. Jetzt ist der zerbrochene Marmortisch im „Wunderbaren Waschsalon“ an der Görresstraße 12 der einzige Hinweis darauf, dass hier am Tag zuvor etwas passiert ist. „Es war reines Glück, dass kein Kunde im Laden war“, sagt Lindner, die das Geschäft täglich sauber macht. Denn: Um halb vier Uhr nachmittags hat es „Buff“ gemacht, wie Lindner berichtet. Die drei großen Schaufensterscheiben der Wäscherei zersprangen in tausend Scherben.

Wie berichtet, hatte ein Bagger bei Fernwärmearbeiten vor der Tür des Waschsalons eine Wasserleitung angegraben und zum Bersten gebracht. Das Wasser schoss drei Stockwerke in die Höhe. „Es hat Steine und Dreck mit in die Luft geschleudert“, erzählt Lindner. Große Brocken flogen direkt in die Scheiben des Waschsalons. Schutt und Steine landeten auch auf den Balkonen vieler Wohnungen im Haus.

Draußen auf der Straße läuft der Bagger auf der Baustelle der Stadtwerke München (SWM) am Mittwoch schon wieder. Die Arbeiter sind kurz angebunden. So etwas wie gestern mit dem Bagger, sagt einer, könne schon mal vorkommen. Jetzt laufe aber alles normal weiter.

Von dem Rohrbruch betroffen waren etwa 15 Wohnungen rund um die Baustelle, in denen die Wasserleitung unterbrochen war. Gegen 16.15 Uhr sperrte der Notdienst der Stadtwerke die Hauptwasserleitung. Laut SWM lief das Wasser aber bereits gegen 19.10 Uhr wieder in allen Wohnungen normal. Lediglich der Busverkehr war auch am Mittwoch noch eingeschränkt. Die Linien 153 und 154 fuhren die Haltestellen Görresstraße und Josephsplatz nicht an.

Wasserrohr in der Görresstraße gebrochen

Wasserrohr in der Görresstraße gebrochen

Sinan Atilgan hat Glück gehabt. Der Inhaber von „Adnans Feinkost“ an der Görresstraße 10 zückt sein Handy und zeigt den Film, den er von der Wasserfontäne unmittelbar neben seinem Laden gedreht hat. „Das hat mindestens eine halbe Stunde gedauert, bis das Wasser abgedreht wurde“, berichtet er - und deutet aufs Display. „Gleich hören Sie den Stein, der gegen die Scheibe fliegt“, sagt er. Das Glas blieb ganz, Atilgan hat keinerlei Schaden zu beklagen.

Anders als die Besitzerin des „wunderbaren Waschsalons“, die aber lieber nicht in der Zeitung stehen will. Fünf Zentimeter hoch stand das Wasser in ihrem Geschäft. Noch am Dienstagabend pumpte es die Feuerwehr ab. Eine Fensterfirma, die gerade im Haus gegenüber der Wäscherei tätig war, bot sofort an, Notscheiben zu liefern. Noch am Abend wurde das neue Glas eingesetzt. „Jetzt schaut alles schon wieder einigermaßen aus“, sagt Manuela Lindner und wischt noch einmal mit dem Lumpen über das Fenstersims.

Caroline Wörmann

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