Nach Wirbel um Bombendrohung: JU-Kreischef lässt Ämter ruhen

Der Fall des Münchner JU-Kreisvorsitzenden Tobias W. (26) sorgt weiter für Wirbel.

Er soll am Mittwoch vergangener Woche am Flughafen von Verona mit einer Bombendrohung für zwei Stunden den Airport lahm gelegt haben (tz berichtete). Obwohl er bislang offiziell abstritt, die Tat begangen zu haben, lässt Tobias W. seit gestern seine politischen Ämter ruhen.

Es war am Mittwoch voriger Woche gegen 11.15 Uhr, als via Handy ein Anruf bei der Veroneser Flughafenpolizei einging. Ein Mann sagte auf deutsch und italienisch „im Namen Allahs“, an Bord der Air Dolomiti-Maschine nach Wien befinde eine Bombe. Kurz zuvor war ein Mann am Air-Dolomiti-Schalter abgewiesen worden, weil er zu spät dran war. Kurz darauf erschien ein Mann am Schalter und erklärte, er könne doch noch in den Flieger einsteigen, weil der verspätet sei. Diese Verspätung war aber noch gar nicht bekannt gegeben. Der Mann wurde als Tobias W. identifiziert – der Anruf soll von seinem Handy gekommen sein. Tobias W. wurde vorübergehend festgenommen. Ihm droht eine saftige Strafe.

Tobias W. ist nicht nur Vorsitzender eines der zehn JU-Kreisverbände in der Stadt, sondern dort auch stellvertretender CSU-Kreisvorsitzender sowie Bezirksauschussmitglied. Über seinen Rechtsanwalt ließ Tobias W. gestern mitteilen, dass er ab sofort sämtliche politischen und parteilichen Ämter bis auf weiteres ruhen lassen werde. „Wir möchten den Rummel um Herrn W. eindämmen“, sagte sein Anwalt Dr. Adalbert Hohenester. Ob sein Mandant etwas mit der Bombendrohung zu tun hat, dazu wollte er nach wie vor nichts sagen.

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Bombendrohung kam vom eigenen Handy

Der Chef der JU München Tobias Weiß (nicht mit dem Verdächtigen Tobias W. identisch) begrüßte diesen Schritt: „So nimmt er erst einmal das Feuer raus.“ Weiß habe aus den Medien von dem Fall erfahren. Tobias W. habe ihn später angerufen und ihm zugesichert, dass er mit der Sache definitiv nichts zu tun habe. „Man muss auch ziemlich bescheuert sein, um so etwas zu tun.“ Trotzdem: „Irgendwann muss er sich dazu äußern“, findet Weiß. Das Problem für den JU-Chef ist: „Ich weiß ja auch nicht mehr, als in der Zeitung steht.“ Darum habe er Tobias W. nahe gelegt, seine Ämter erstmal ruhen zu lassen.

Sollte sich die Geschichte bewahrheiten, steht für JU-Chef Tobias Weiß fest: „Dann ist Tobias W. für jegliches politische Amt untragbar.“

fla./we.

Quelle: tz

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