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„Gaga“ sorgt für Darts-Hype in München: Vereine berichten von enormer WM-Euphorie

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Von: Martin Becker, Phillip Plesch

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Münchens bestes Dartsteam: Die erste Mannschaft des Irish Folk Pub Dart Club spielt in der zweiten Bundesliga.
Münchens bestes Dartsteam: Die erste Mannschaft des Irish Folk Pub Dart Club spielt in der zweiten Bundesliga. © Verein

Mit seinem Halbfinal-Einzug bei der Weltmeisterschaf hat Gabriel Clemens den Darts-Hype auf ein neues Level gehoben. Das merken auch die Darts-Vereine in München.

München - Der Pfeil schlägt in der Doppel-4 ein. Gabriel Clemens dreht sich zum Publikum, ballt die Fäuste und lässt sich feiern. Erstmals hat ein deutscher Dartspieler bei einer Weltmeisterschaft das Halbfinale erreicht. Und das mit einem Sieg gegen den bis dahin Weltranglisten-Ersten, Gerwyn Price aus Wales. Der Erfolg vor gut zwei Wochen hat wieder einen Dart-Boom ausgelöst – auch in München.

„Das Interesse und die öffentliche Wahrnehmung des Dartsports steigen jedes Jahr nach der Weltmeisterschaft. Auch dieses Jahr merken wir, dass sich viele neu für Dart interessieren“, sagt Sebastian Pohl. Er ist Kapitän von Münchens erfolgreichstem Dart-Team, der ersten Mannschaft des Irish Folk Pub Dart Club.

Aktuell zählt der Oberbayerische Dartverband 464 Spieler

Einen Wellen-Effekt erwartet sich auch Michael Kreuzpaintner von der WM. „Der kann durch alle Altersklassen gehen“, sagt der 59-Jährige. Der Neubiberger ist Spielleiter beim Oberbayerischen Dartverband (OBDV) und kümmert sich als lizenzierter Trainer um den Nachwuchs bei seinem Heimatverein, dem TSV 1860 München. Im ehemaligen Pressestüberl fliegen heute die Pfeile.

Der Herr der Pfeile: Michael Kreuzpaintner ist Spielleiter beim Oberbayerischen Dartverband.
Der Herr der Pfeile: Michael Kreuzpaintner ist Spielleiter beim Oberbayerischen Dartverband. © Martin Becker

Im OBDV sind aktuell 464 Spieler gemeldet, von 13 bis 73 Jahre. „Das ist das Schöne“, sagt Kreuzpaintner. „Ob Mann oder Frau, jung oder alt, mit Behinderung oder ohne – jeder kann auf vergleichbarem Niveau gegen jeden spielen. Das macht die Faszination aus.“

Vor allem im Fernsehen hat sich der ehemalige Kneipensport mittlerweile zum Millionen-Geschäft entwickelt. „Man merkt natürlich, dass vor allem die jungen Spieler, die den Dartsport über das Fernsehen kennen lernen, zunehmend professioneller an die Sache heran gehen“, erklärt Sebastian Pohl. Zudem entwickeln sich die Verbände derzeit rasant weiter. „Es gibt offizielle Dart-Trainerausbildungen und auch die Kaderförderung hat sich in den vergangenen Jahren – vor allem im Jugendbereich – sehr gut weiterentwickelt.“

München: Im Februar startet die Rückrunde im Ligabetrieb

Immerhin: Beim Irish Folk Pub Dart Club haben sich die Mitgliederzahlen in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt. Mittlerweile sind schon über 60 Spieler gemeldet. „Wir empfehlen jedem Anfänger, gerne so früh wie möglich in einen Verein zu kommen“, sagt Pohl. So könne man von Beginn an lernen, richtig zu spielen – vor allem, wenn es um den Wurfstil geht.

„Oft ist es schwierig, einen Wurfstil, den man sich angewöhnt hat, wieder zu wechseln“, erklärt der Teamkapitän. „Neben dem Effekt, dass man Tipps und Tricks bekommt, macht es natürlich auch in der Gruppe noch mal mehr Spaß und man kann sich miteinander messen.“

„German Giant“
Hat sich bei der Darts-WM ins Halbfinale gespielt: Gabriel Clemens. © Zac Goodwin/PA Wire/dpa

Sechs Teams hat der in Laim beheimatete Irish Folk Pub Dart Club im offiziellen Ligabetrieb gemeldet. Die erste Mannschaft tritt in der zweiten Bundesliga an. Nach der Hinrunde liegt sie übrigens auf dem letzten von neun Plätzen – in einer engen Liga. Ein Sieg und drei Unentschieden stehen bisher zu Buche. Das Ziel ist klar: Mit einem Sieg zum Rückrundenauftakt am 4. Februar wieder ins Tabellenmittelfeld rücken. „Das Potenzial dafür ist da“, sagt Pohl. Und die intensive Vorbereitung für die zweite Saisonhälfte läuft bereits.

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