Nach Zusammenstoß mit Radl-Rambo

Orhans Weg zurück ins Leben

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Eiserner Wille: Orhan S. (74) kämpft sich zurück ins Leben

München - Vor knapp zwei Wochen erwachte der pensionierte Lehrer Orhan S. (74) aus dem Koma, in dem er seit dem Zusammenstoß mit einem Radl-Rambo lag. Jetzt sucht er den Weg zurück ins Leben.

Es grenzt an ein Wunder, dass er überhaupt wieder erwacht ist – vor Orhan S. und seiner Familie jedoch liegt jetzt ein langer, schwerer Weg. Vor knapp zwei Wochen erwachte der pensionierte Lehrer Orhan S. (74) aus dem Koma, in dem er seit dem Zusammenstoß mit einem Radl-Rambo lag. Am Abend des 30. Mai war Orhan S. bei einem Spaziergang mit seiner Frau im Westend von einem Geisterradler ohne Licht zusammengefahren worden.

Er erlitt schwerste Hirnblutungen, wurde mehrfach operiert. In der Schön-Klinik Bad Aibling – einer neurologischen Spezialklinik – sucht er nun den Weg zurück ins Leben. Seine Söhne und seine Ehefrau sind fest an seiner Seite. „Mein früher so vitaler Vater ist sich jetzt seines Zustands bewusst. Das ist sehr schwer für ihn“, sagt Sohn Umut.

Sein Vater Orhan vergisst noch vieles, ist zweitweise verwirrt und hört schlecht. Der Nerv des rechten Auges ist gerissen, das Lid gelähmt. Der 74-Jährige lernt gerade wieder laufen, kämpft mit Schwindel und mit Koordinationsproblemen. Auch das Schlucken ist für ihn noch schwierig.

Beide Söhne arbeiten derzeit nur halbtags. Auch Ehefrau Ülkü ist so oft wie möglich bei ihm. Umut: „Der alte wird unser Vater wohl nie mehr. Aber er kämpft. Und dafür bewundern wir ihn sehr.“ Der Prozess gegen den Radfahrer beginnt voraussichtlich im Herbst.

Dorita Plange

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