Sechs-Wochen-Frist beantragt

Thomas-Mann-Villa: Nachbar will sich einigen

München - Im Rechtsstreit um die Thomas-Mann-Villa im Herzogpark wollen sich Eigentümer und Nachbar gütlich einigen. Der Kläger fordert den Abriss eines Swimmingpools, der im Garten errichtet wurde.

Vor dem Oberlandesgericht München beantragten beide Seiten am Montag eine Sechs-Wochen-Frist, in der über eine finanzielle Regelung verhandelt werden kann. Kommt kein Vergleich zustande, will der Zivilsenat am 22. September eine Entscheidung verkünden.

Im Jahr 2001 hatte der Deutschlandchef einer Investmentbank die Villa gekauft, in der die Familie des Literaturnobelpreisträgers Thomas Mann von 1913 bis 1933 lebte. Der neue Eigentümer ließ im Garten einen Swimmingpool sowie die Einfahrt zur Tiefgarage bauen. Dadurch fühlte sich der Nachbar in seinen Rechten beeinträchtigt. Er hat eine sogenannte Grunddienstbarkeit an dem Grundstück, wonach der Teil südlich vom Wohnhaus „nur als Garten ausgebildet werden darf und dauernd von genehmigungspflichtigen Bauanlagen freizuhalten ist“.

Mit einem Antrag auf einstweilige Verfügung, also einen Baustopp, war der Nachbar während der Bauphase gescheitert. Auch seine Klage auf Beseitigung der Bauten wurde vom Münchner Landgericht abgewiesen. Im Berufungsprozess deutete der Vorsitzende Richter Stefan Antor nach einer Ortsbesichtigung eine andere vorläufige Rechtsmeinung seines Senats an. Eine Entscheidung auf Rückbau der Bauanlagen ist damit im Bereich des Möglichen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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