Party-Folgen: S-Bahn-Ausfälle bis Weihnachten

München - Jetzt geht es dem betrunkenen Mob an den Kragen, der am Samstag 65 Züge demoliert hat. Zudem hat die S-Bahn bekannt gegeben, dass die Fahrgäste wegen der Schäden bis Weihnachten mit Zugausfällen rechnen müssen.

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Die Bundespolizei hat eine zehnköpfige Sonderkommission eingerichtet. Die Staatsanwaltschaft sucht nun Zeugen, die Hinweise auf die Täter geben (Tel.: 51 55 50/1-11). Gleichzeitig hat die S-Bahn bekannt gegeben, dass die Fahrgäste wegen der Schäden bis Weihnachten mit Zugausfällen rechnen müssen.

Stadt verbietet Flashmob am Christkindlmarkt

Bei dem Flashmob „Abschieds-Trinken“ hatten Vandalen vor allem Leuchtstoffröhren und Abdeckgitter der Lampen, aber auch Fensterscheiben, Trennwände oder Deckenverkleidungen in den Zügen demoliert. Außerdem wurde die Inneneinrichtung beschmiert und verunreinigt. Den Schaden aus Defekten, Zugausfällen sowie Verspätungen und Zugkürzungen beziffert die DB auf 230 000 Euro.

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S-Bahn-Chef Bernhard Weisser: „Wir bedauern, dass es durch das rücksichtslose und aggressive Verhalten vieler Flashmob-Teilnehmer zu erheblichen Verspätungen, Belästigungen sowie Angriffen unserer Mitarbeiter gekommen ist. Wir werden die Strafverfolgungsbehörden unterstützen, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen und in Regress zu nehmen.“

Bis Donnerstag waren die Vandalismusschäden erst an zwei Drittel der Züge behoben. Alleine am Mittwochnachmittag fehlten dadurch im Planumlauf 17 Garnituren. Weil durch die zusätzlichen Reparaturen routinemäßige Revisionen nachgeholt werden müssen, rechnet die S-Bahn noch bis Weihnachten mit dem Ausfall von Verstärker-Fahrten bzw. mit einer kürzeren Behängung einzelner Züge. Die lange Dauer der Schadensbeseitigung hat dabei möglicherweise weniger mit der Schwere der Vandalismusschäden zu tun als mit Ersatzteilmangel. Das S-Bahn-Werk Steinhausen gilt, wie berichtet, als überlastet, weil die Deutsche Bahn hier auch neue Nahverkehr-Triebwagen für die Strecken nach Augsburg und Passau instandhalten lässt. Räumlich und personell ist die Werkstatt dafür nicht ausgelegt. Bereits vor dem Flashmob fielen immer wieder Züge aus. Mit dem Vadalismus vom Samstag hat die DB aber einen guten Vorwand, um bahninterne Mängel zu vertuschen.

KHD

Wo Hemmungen und Hüllen fallen: Die wildesten Partys der Welt

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Rubriklistenbild: © Haag

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