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„Verdammt, wie macht der Kerl das bloß“: Peter Maffay tritt in Olympiahalle auf - und überrascht sein Publikum

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Von: Armin Rösl

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Vor über 11.000 Besucher legte Peter Maffay in der Olympiahalle einen bemerkenswerten Auftritt hin.
Vor über 11.000 Besucher trat Peter Maffay am Donnerstag in der Olympiahalle auf. © Hangenfoto

Einen bemerkenswerten Auftritt legte Peter Maffay vor über 11.000 Menschen in der Olympiahalle hin. Bei dem Konzert in München gab es auch einen besonderen Gastauftritt.

München - Verdammt, wie macht der Kerl das bloß? Sieht mit 73 so jung und fit aus wie Keith Richards im ganzen Leben nicht, tänzelt um kurz nach 20 Uhr am Donnerstagabend, 8. September, locker-leicht auf die Bühne der Olympiahalle, trägt enge schwarze Hose und eine schwarze Lederjacke mit silbernen Nieten, die er später auszieht, damit fast alle Oberkörper-Tattoos zu sehen sind, und er spielt seinen Schlager-Rock. Und jetzt kommt‘s: Das alles wirkt alles andere als lächerlich oder gekünstelt, das alles ist ehrlich, erdig und sympathisch. Das ist Peter Maffay. 

Peter Maffay tritt in Olympiahalle auf - „Alles andere als lächerlich und gekünstelt“

„Für immer jung“, erzählt er, habe das Motto für die ursprüngliche Tour geheißen, bevor das Corona-Virus dafür sorgte, diese viermal zu verschieben. Egal, dieses Motto gilt für Peter Maffay immer, nicht nur im Sommer, egal ob sechzehn, einunddreißig oder dreiundsiebzig Jahre alt. Er ist der Alle-Generationen-Schlager-Rocker. Das beweisen die Bilder, die zu Beginn über die Video-Leinwände rund über der Bühne flimmern: Peter Maffay in jung, mittelalt und alt. Und jetzt eben: in live. Mit allen Gänsehaut-Klassikern ab 1970. 

„Endlich wieder in der Olympiahalle in München.“ „Wir haben euch eine ganze Menge Songs mitgebracht.“ „Wir werden alles tun, damit ihr euch gut unterhalten fühlt und Spaß habt.“ „So macht das Musizieren Spaß.“ Diese Sätze sagt Peter Maffay, voll Freude und guter Laune, wieder auf der Bühne musizieren zu können. Ja, er benutzt tatsächlich dieses Wort: „musizieren“. Ehrlich: Das ist herrlich ehrlich und normal.

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„50 Jahre Peter Maffay LIVE - So Weit Tour 2022“ lautet der Titel der Tournee. Mit Songs aus allen Jahrzehnten, für alle Generationen. Mal rockig, mal nachdenklich, mal laut, mal leise, aber nie: schnulzig. Das ist die wohl größte Kunst des ewigen Peter Maffay. Eines hat sich eh nicht geändert: Seine Stimme mit dem tollen Timbre. Und, auch das ist in der Olympiahalle so wie schon immer (auch früher auf Langspielplatte): Man versteht nicht jedes (weil manchmal genuschelte) Wort. Gepfiffen drauf, das Publikum ist sowieso textsicher.

Peter Maffay in München: Auch sein Sohn Yaris und Tabaluga spielen bei Konzert eine Rolle

Einen Querschnitt unterschiedlicher Generationen bildet übrigens seine bestens aufgelegte Band, von der jungen quirligen Percussionistin mit blauen Haaren (Charlotte Klauser) bis zum stilvoll gekleideten älteren Herrn (Bertram Engel) mit weißen Haaren, Sonnenbrille und Handschuhen am Schlagzeug. Mit Papa/Opa Peter an der Spitze. Und, klar, er spielt während des Konzerts auch eine Rolle: der grüne Drache Tabaluga, den Peter Maffay miterfunden hat und der nächstes Jahr 40. Geburtstag feiert, hat einen Gastauftritt. Von Geburt an ist Tabaluga mit dem Ziel unterwegs: Das Leben und die Welt lebenswert machen. Tabaluga ist ebenso Überraschungsgast wie Maffays Sohn Yaris (18), der erstmals als einer von drei Backgroundsängern mit auf Tour ist.

Die Welt lebenswerter machen, das tut Peter Maffay an diesem Donnerstagabend vor 11.600 Besuchern in der Olympiahalle. Die Bühne steht in der Mitte, die Stimmung ist bestens, ja: familiär. Kurz gesagt: ein schöner Abend. 

Anders, im Übrigen, als es Peter Maffay vor genau 40 Jahren, 1982, erlebt hat. Wenn es denn stimmt, was in einem Eintrag des Online-Lexikons Wikipedia über ihn steht: „Während seines (...) Auftritts wurde Maffay mit Tomaten und Eiern beworfen.“ Als er im Vorprogramm der Rolling Stones auftrat. Dessen Gitarrist heißt: Keith Richards. Pah! 

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