Unerwarteter Gänsehaut-Moment

Robin Williams' letzter Auftritt - am Hauptbahnhof

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Er scheint aus dem Plakat zu laufen: Robin Williams alias "Roosevelt" als sogenannter Charakterbanner am Münchner Hauptbahnhof (Gleis 11).

München - "Nachts im Museum 3" startet am Donnerstag, zum letzten Mal Lachen mit Robin Williams. Zuvor gibt es schon einen Gänsehaut-Moment mit dem verstorbenen Hollywood-Star - am Münchner Hauptbahnhof.

Als ob er einen direkt anschaut: Robin Williams. Gänsehautmoment für Fans.

Es gibt sicherlich glamourösere Orte in München als den Hauptbahnhof, da gibt es nichts zu deuteln - das können auch die weihnachtlichen LED-Vorhänge nicht schön funkeln. Besonders elend wird es, wenn man sich auf Gleis 11 verirrt, das ist das beim Starbucks hinten. Hier sitzt jeden Tag zu jeder Tageszeit mindestens ein Betrunkener auf einer Bank vor der Bahnhofsmission, Kinn auf Brust, Kopf auf zwei Uhr. Der Weg durch die Halle hinaus ist gesäumt von undefinierbaren Flecken, deren Herkunft man besser auch nicht kennt. Bloß nicht reinsteigen. Man erwartet an diesem Ort wirklich so einiges - aber sicher nicht eine Begegnung, die so wunderbar und traurig zugleich ist. Und so völlig überraschend. Und zwar mit Robin Williams.

Seit kurzem befindet er sich etwa in der Mitte des Bahnsteigs vom Gleis 11. Robin Williams: einer der größten Schauspieler, den es in Hollywood je gegeben hat, in Lebensgröße. In seinem Kostüm des Theodor Roosevelt aus "Nachts im Museum". Es ist ein Werbegag für den dritten Teil des Films, der am Donnerstag in den Kinos startet. Williams alias Roosevelt ist nicht nur auf einem Riesenplakat abgebildet, sondern als Figur daneben auf die Wand geklebt. Er scheint aus dem Filmplakat zu laufen, schaut einen direkt an, seine Augen verfolgen einen, egal, wo man steht. Gänsehaut.

Bevor das jetzt wieder alle doof finden und sagen: "Das ist doch nur eine Pappfigur." Ja, das stimmt. Aber es kommt einem als eingefleischtem Fan so vor, als wäre es ein letzter - sehr naher - Gruß, ein letztes schiefes Lächeln, ein letztes Mal diese kindliche Fröhlichkeit, die das alles noch umso schwerer begreifbar macht. Denn für die Fans von Robin Williams ist der Film "Nachts im Museum" ein Abschied für immer.

Der Schauspieler, mit dem so viele Menschen auf dieser Welt gelacht haben, hat sich im August 2014 das Leben genommen. Es herrschte Fassungslosigkeit, weltweite Betroffenheit, Robin Williams war einer der meistgesuchten Google-Begriffe 2014 in Deutschland. Da könnte man schon auf die Idee kommen, dass die Marketingleute von "Nachts im Museum" das ein wenig für sich nutzen wollen - und etwa diese besondere Werbekampagne mit dem Williams in Lebensgröße initiiert haben.

Szene aus "Nachts im Museum: Das geheimnisvolle Grabmal".

Aber Pustekuchen: Johanna Lempa von "Twentieth Century Fox" betont, dass man den Tod Williams nicht noch besonders hervorheben wollte. Die Kampagne war schon immer so geplant, an anderen Orten gibt es andere Protagonisten des Films in Lebensgröße, Owen Wilson zum Beispiel. Lempa meint: "Die Sache an sich ist schon traurig genug." Deswegen habe man auch auf einen "Memoriam"-Abspann verzichtet.

Es ist auch eine Zwickmühle: Denn "Nachts im Museum 3: Das geheimnisvolle Grabmal" mit Ben Stiller als tollpatschigem Nachtwächter ist ein lustiger, leichter Film, wenig Tiefgang, viele Schmunzler - eigentlich. Doch man kann es drehen und wenden wie man will, es ist der letzte Film des fantastischen Robin Williams. Oscar-Preisträger. Legende. Da bleibt bei aller Komik die Tragik nicht aus. Die eine oder andere Träne wird in den Kinosälen fließen. Und ganz ehrlich: Manch' einer hat sie auch schon an Gleis 11 des Münchner Hauptbahnhofs für Williams vergossen.

In Memoriam.

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