Polizei & Clubs Hand in Hand gegen Gewalt

Nachtstreife auf der Partymeile

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Ordnungshüter auf Nachtstreife: Polizeivizepräsident Robert Kopp und KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle (M.) mit Clubbetreiber Andreas Haidinger im „Call me Drella“.

München - Die Münchner Polizei und die Clubs der Stadt wollen die Gewalt auf der Feierbanane zwischen Maximiliansplatz und Sendlinger Tor eindämmen. Die tz blickte mit den Verantwortlichen hinter die Kulissen.

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Gemeinsam gegen Gewalt und Drogenkriminalität - das ist das neue Konzept der Münchner Polizei und der Club-Betreiber auf der Feierbanane zwischen Maximiliansplatz und Sendlinger Tor (tz berichtete). Dem Münchner Vize-Polizeipräsidenten Robert Kopp, dem Kreisverwaltungsreferent Wilfried Blume-Beyerle sowie den Jugendbeamten, Streetworkern und Vertretern der Altstadt-Polizei PI 11 gewährten die Chefs der angesagten Clubs am Freitagabend einen Blick hinter die Kulissen.

Die tz ging mit auf Nachtstreife:

22 Uhr, Sonnenstraße: Treffpunkt im Harry Klein Club,  derzeit Platz 32 auf der Liste der angesagtesten Clubs der Welt. Stolz erläutert Betreiber  Daniel Süß die 750 000-Euro Investition, die diesen auf elf gigantischen Federn schwingenden Beton-Würfel nach dem Raum-in-Raum-Prinzip zu einem architektonischen Wunderwerk macht. Draußen stehen die ersten Gäste. Der Club machte erst um 23 Uhr auf.

23 Uhr:Abstecher zum Stachus. Dort schenken die Jugendbeamten heute Abend alkoholfreie Cocktails aus, um die Aktion „Cool bleiben, friedlich feiern in München“  unters Volk zu bringen.

Vorbesprechung.

23.15 Uhr: Im Polizeipräsidium erläutern Inspektionsleiter Ulrich Rothdauscher und sein Kollege Jochen Geißer die Feierbananen-Problematik. Seitdem immer mehr Clubs die Innenstadt bevölkern, stieg auch die Kriminalität im Umfeld. Drogendelikte, Überfälle, Diebstähle, Verstöße gegegen das Jugendschutzgesetz  und brutale Schlägereien bishin zum Mordversuch -  2513 an der Zahl im Jahr 2011. Bis zu 60 Polizisten arbeiten in den heißen Partynächten regelmäßig bis zum Anschlag. Die Clubbetreiber ziehen mit. David Süß: „Jeder Gast wird durchsucht. Finden wir Drogen, kommt die Polizei. Ganz einfach. Wir schenken uns da nichts.“ Weil auch die Betreiber mittlerweile sehen, dass Kooperation mit der Polizei wirkt: Weniger Ärger, zufriedene Gäste und damit zahlungskräftiges Partyvolk.

Ab Mitternacht: Die Clubchefs Michi Kern und Thomas Porkert (Pasha), Andreas Haidinger (089-Bar, Call me Drella), Daniel Laurent (Heart), Jakob Faltenbacher (Milchbar), Michael Dietzel (Café am Hochhaus) und Christine Staffler (Lenbach & Söhne) begleiten den Tross der Ordnungshüter durch Gedränge. Die Gäste werden schon erwartet: Die Türsteher schmunzeln. Super Musik, gute Stimmung. Manche Gäste stutzen. Blume-Beyerle ist froh, dass er nicht angesprochen wird: „Ich werde gern mal mit Stoiber  verwechselt. Komisch, wenn einem einer auf die Schulter haut und schreit: „Hey, Edi!“ Nach dem fünften Club reicht’s den meisten Gästen. Die Party verläuft in dieser Nacht ohne große Störungen.

Dorita Plange

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